Lockdown: Ortschefs zeigen Verständnis. Region Purkersdorf: Steigende Coronafälle rechtfertigen verschärfte Maßnahmen. Über die Schulschließungen sind Bürgermeister aber nicht erfreut.

Von Melanie Baumgartner und Kristina Veraszto. Erstellt am 18. November 2020 (04:09)
Bereits vor dem am Dienstag in Kraft tretenden Lockdown war der Hauptplatz in Purkersdorf um 20 Uhr leer. Das wird vermutlich auch längere Zeit noch so bleiben.
Ernst Jauck

Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen gelten jetzt ganztags und es gibt verschärfte Kontaktbeschränkungen: Seit Dienstag befindet sich das ganze Land wieder in einem harten Lockdown. „Das zeigt leider, dass sich viele an die Maßnahmen nicht gehalten haben“, meint Stefan Steinbichler, Bürgermeister von Purkersdorf. Er sieht die Verschärfungen als notwendig an, „die Zahl der Infizierten spricht für sich“, meint Steinbichler.

Hinsichtlich der Schulen und Kindergärten hätte er aber gehofft, dass sie weiterhin wie bisher geöffnet halten. Er appelliert auf jeden Fall an alle Bürger, diszipliniert zu sein, „sodass wir nächstes Jahr hoffentlich wieder unseren Adventmarkt abhalten können.“ Außerdem bittet er, allfällige Anliegen möglichst telefonisch oder per Mail ans Rathaus zu richten. Das ist auch in Pressbaum der Fall. „Wie bisher wird auf der Gemeinde in zwei Teams gearbeitet. Eines ist vor Ort, das andere befindet sich im Homeoffice. Dieses System hat sich bewährt, und das werden wir auch weiterhin so handhaben“, erklärt Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner.

Regionale Wirtschaft soll unterstützt werden

Verständnis für die Verschärfungen hat auch Claudia Bock, Bürgermeisterin von Wolfsgraben: „Aus meiner Sicht war es bitter notwendig.“ Aber auch sie hätte sich, besonders als Großmutter dreier Volksschulkinder gewünscht, dass die Pflichtschüler im Unterricht bleiben können. Die Ortschefin hofft, dass Eltern das pädagogische Betreuungsangebot nutzen und dass sich die Bürger mit dem Kauf von Weihnachtsgeschenken bis in den Dezember gedulden können. Keinesfalls sollte man Versand-Riesen, wie Amazon, den Vortritt lassen.

„Es gibt genug regionale Plattformen, auf denen man Weihnachtsgeschenke bestellen kann.“ Um die regionale Wirtschaft sorgt sich auch Johann Novomestsky, Bürgermeister von Tullnerbach. Seitens der Gemeinde wird man Gespräche führen, „damit Betriebe gestützt werden können“, so der Ortschef. In Tullnerbach bewegte sich die Anzahl der Covid-Infizierten meist im einstelligen Bereich, nun habe man 34 Coronafälle. „Ich glaube, es ist sinnvoll gewesen“, so Novomestsky zum verschärften Lockdown.

Diese Meinung teilt auch Michael Cech, Bürgermeister von Gablitz. Es gehe darum, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. „Ich glaube, das ist die einzige sinnvolle und wirksame Maßnahme“, so Cech, der selbst schon bemerkt habe, dass viele Menschen nicht genügend Disziplin zeigen. „Das Verständnis ist leider nicht dort, wo es hingehört“, sagt der Ortschef.

Mauerbachs Bürgermeister Peter Buchner appelliert vor allem an die Bürger, die Maßnahmen ernst zu nehmen und diese auch einzuhalten.

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