Mobilität steht auf Wunschliste ganz weit oben. Region, Land und Wiener Bezirk wollen Zeitpunkt nutzen. Experten formieren sich für eine U-Bahn-Verlängerung.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 24. Januar 2018 (05:43)
NOEN, Zibuschka stehen für eine Untersuchung der Machbarkeit einer U-Bahn-
Purkersdorfs Bürgermeister Karl Schlögl, Verkehrslandesrat Karl Wilfing, Hietzings Bezirksvorsteherin Silke Kobald und Verkehrsplaner Friedrich

Eine Woche haben die Bürger nun noch Zeit, ihre Anliegen und Wünsche an die Landespolitik zu richten, denn dann ist Landtagswahl. Und bekanntlich ist danach der Wille genau hinzuhören etwas geringer als noch vor der großen Stimmabgabe. Eines dieser Anliegen betrifft die Mobilität, von der führende Landespolitiker stets behaupten, dass gerade diese ein großes und wichtiges Thema für die nächste Legislaturperiode in Niederösterreich sein wird.

"In Lebensräumen denken und nicht in Ländergrenzen“

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner kündigte sogar ein Mobilitätspaket an, das Ausgaben von über 3,3 Milliarden Euro von 2018 bis 2022 vorsieht. Ein Teil davon soll auch die Untersuchung für einen Ausbau der U-Bahn nach Niederösterreich sein, sowie eine Taktverdichtung auf der Schnellbahn. „Es ginge darum, in Lebensräumen zu denken und nicht in Ländergrenzen“, heißt es seitens des Landes von Verkehrslandesrat Karl Wilfing.

Um diesem Vorhaben eine zusätzliche Motivation zu verleihen und das Thema offensiv am Köcheln zu halten, trafen einander Purkersdorfs Bürgermeister Karl Schlögl, Verkehrslandesrat Karl Wilfing, Hietzings Bezirksvorsteherin Silke Kobald und Verkehrsplaner Friedrich Zibuschka.

Optimistisch, was die Machbarkeit betrifft

„Die Verlängerung der U4 von Hütteldorf Richtung Purkersdorf wäre technisch machbar und würde relativ geringe Kosten verursachen. Der Vorteil für die Pendler wäre enorm“, zeigt sich Bürgermeister Schlögl optimistisch.

Verkehrslandesrat Karl Wilfing hat ebenfalls Argumente für einen Ausbau der U-Bahnen: „Wir müssen der Bevölkerungsentwicklung Rechnung tragen und hier wissen wir, dass der Großraum Wien bis 2030 um 400.000 Menschen anwachsen wird.“

Ziel ist es, bestätigt der Landesrat weiter, die Verlängerung sämtlicher U-Bahnen ins Wiener Umland zu prüfen – speziell im Hinblick auf die Bevölkerungsentwicklung, mögliche Trassenverläufe und Stationen sowie verschiedene Kostenvarianten. Derzeit finden Untersuchungen statt, und es werden dabei unterschiedliche technischen Varianten begutachtet. „Der Korridor nach Purkersdorf ist jetzt der erste, der einer konkreten Betrachtung unterzogen wird, weil auch die Stadt Wien eine Machbarkeitsstudie anstellt und wir hier in enger Abstimmung vorgehen wollen“, so Wilfing.

„Wir haben einst Bürgermeister Karl Schlögl davon überzeugt, dass eine U-Bahnverlängerung bis nach Purkersdorf notwendig ist und auch machbar wäre.“ Reinhard Müller, Bahnexperte

Die Untersuchung der Machbarkeit ist nichts Neues. Vor rund 20 Jahren setzte der damalige Parlamentarier Josef Höchtl eine Expertengruppe ein, die eine Verlängerung untersuchen sollte. Die NÖN kontaktierte zwei Mitglieder dieser Expertengruppe, den Mauerbacher Hans Urban und den Wiener Reinhard Müller. „Wir haben in diesen Projektgruppen großartige Fortschritte erzielt. Es scheiterte aber immer wieder am Willen der Wiener Linien“, verriet Urban der NÖN.

Sein Expertenkollege Müller dazu: „Wir haben einst Bürgermeister Karl Schlögl davon überzeugt, dass eine U-Bahnverlängerung bis nach Purkersdorf notwendig ist und auch machbar wäre.“ Müller war übrigens auch federführend an der Idee beteiligt, die Westbahn bis zum Praterstern zu führen.

Kommt die U4 nach Purkersdorf?

Die Aussicht auf eine U-Bahn-Verlängerung steht nach dem neuerlichen Anlauf nicht schlecht, denn erstmals bewegt sich auch etwas in der Bundeshauptstadt Wien. „Als Bezirksvorsteherin freue ich mich, dass nun endlich die richtigen Weichen gestellt werden und somit Bewegung in die seit Jahren von uns geforderte U4-Verlängerung kommt“, zeigt Silke Kobald großen Willen.

Die verbesserte Mobilität in der Region soll aber nicht in Purkersdorf enden. Die Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner und Martin Michalitsch brachten eine Resolution im Landtag ein, um den Takt auf der Schnellbahn zu erhöhen. Diesem Ansinnen schlossen sich nun auch die Grünen mit einer eigenen Petition an Johanna Mikl-Leitner an. Darin fordern sie einen Halbstundentakt täglich auf der S50 bis nach Neulengbach.

„Jede einzelne Person, die sich beteiligt, stärkt unseren Aufruf zum Handeln“, erklärt Peter Samec. Die stark wachsenden Gemeinden der Region würden unter dem geringen Zugangebot derzeit leiden.

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