Ölheizungen: „Nachfrage geht mehr zurück“. Seit 1. Jänner dürfen Öl-Heizungen nicht mehr eingebaut werden. Die NÖN zeigt, wer im Bezirk profitiert und wer verliert. Von Marlene Trenker

Von Marlene Trenker. Erstellt am 09. Januar 2019 (03:20)
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Symbolbild

Niederösterreich ist das erste Bundesland, in dem es in Neubauten keine Öl-Heizungen mehr geben wird. Dennoch: Jeder sechste Haushalt heizt immer noch mit Öl. Um diesen den Umstieg zu erleichtern, gibt es einen Bonus. Bis zu 5.000 Euro erhält, wer von Öl auf ein alternatives Heizsystem umsteigt. Im gesamten Bezirk St. Pölten Land sind es immerhin noch 23 Prozent, die auf den fossilen Brennstoff setzen. „Die Nachfrage geht aber stark zurück.“ Dass Ölheizungen an Beliebtheit verlieren, merkt Thomas Chlibek von Schreier Haustechnik in Purkersdorf.

In den letzten fünf Jahren drei Ölheizungen

In den letzten fünf Jahren hat seine Firma drei Ölkessel eingebaut. Dafür gab es bestimmte Gründe. Bei einem Kunden war ein betagteres Alter dafür verantwortlich. Eine Umrüstung auf ein anderes Heizsystem hätte sich nicht mehr gerechnet. Bei den anderen beiden Kunden ließ die Lage auf einem Berg keine andere Lösung zu. Im Falle eines dieser Kunden ist das Haus nicht immer bewohnt, und auch hier wäre eine Umrüstung nicht effizient gewesen.

„Die Nachfrage an Ölheizungen ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen“ Thomas Chlibek von Schreier Haustechnik zum aktuellen Trend beim Heizen.

Chlibek würde nicht pauschal raten, auf ein anderes Heizsystem umzurüsten. „Es kommt auf den konkreten Fall an“, so Chlibek. Wärmepumpen wären nicht für jeden Haushalt die optimale Lösung. „Diese haben einen hohen Anlaufstrom. Da benötigt es auch die richtigen Leitungen“, sagt Thomas Chlibek. Somit wären die Kosten für die Kunden höher. Pelletsheizungen wiederum müssen sich erst rechnen und sind auch nicht für jeden Kunden geeignet. Erst kürzlich hat seine Firma eine Ringgraben-Anlage installiert. „Diese ist zwar in der Anschaffung relativ teuer, im laufenden Betrieb aber wieder kostengünstiger“, erzählt Chlibek.

Der Gablitzer Installateur Robert Kolar begrüßt das Verbot von Ölheizungen in Neubauten. „Ich finde es schon in Ordnung, dass Ölheizungen in Neubauten verboten sind. Immerhin sind diese nicht mehr zeitgemäß und weisen eine geringere Effizienz auf.“

Der Wohnbauträger Wien Süd setzt beim Heizen bereits auf Fernwärme. Das ist in Purkersdorf etwa beim Feuerwehrgebäude und in der Herrengasse 6b der Fall. „In ganz alten Wohnungen können sich noch Einzelheizungen befinden“, erzählt Viktor Weinzinger.

Ölheizungen sind schon lang kein Thema mehr

Ölheizungen waren für den Wohnbauträger ohnehin nie ein Thema. Unter Umständen gibt es in ein paar alten Gemeindewohnungen noch Ölheizungen, die von Wien Süd übernommen wurden. In diesem Fall würde auf Gas oder auf Pellets umgerüstet werden. „In Niederösterreich wurde das ein paar mal gemacht“, so Weinzinger.

Laut Norbert Steiner sind auch bei Alpenland Ölheizungen „bereits seit langem Out“. In der Landeshauptstadt haben Fernwärme und Gasversorgung Öl schon lange fast vollständig verdrängt. Das bestätigt auch Martin Sadler von der Immobilien St. Pölten GesmbH: Selbst bei Altbauten werden Öl-Heizungen nicht erneuert. „Wenn es möglich ist, verwenden wir immer Fernwärme, sonst Gas“, so Sadler.

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