Ortschefs sprechen sich für Impfstraßen aus. Land will für jeden Bezirk ein Impfzentrum einrichten. Damit würden die Impfstraßen in Gablitz und Pressbaum aufgelassen werden. Bürgermeister wollen den Betrieb aber erhalten.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 07. April 2021 (04:31)
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Spätestens bis Ende Mai sollen in ganz Niederösterreich 20 Impfzentren in Vollbetrieb gehen. Für den Bezirk St. Pölten ist derzeit ein Impfzentrum im VAZ St. Pölten geplant. Ein Weiteres wird sich in Tulln befinden. In der Gablitzer Glashalle und im Turnsaal der Pressbaumer Volksschule, wo bisher Impfstraßen eingerichtet waren, wird der Betrieb eingestellt.

Die Glashalle in Gablitz fungierte zuletzt nicht nur als Test-, sondern auch als Impfstraße.
Veraszto, Veraszto

Michael Cech, ÖVP-Bürgermeister aus Gablitz und Obmann der Kleinregion „Wir 5 im Wienerwald“ will die Impfstation aber erhalten. „Wir haben in einer Stellungnahme an das Land und auch an Notruf Niederösterreich darüber informiert, dass wir auch weiterhin gerne unsere Infrastruktur und unsere Erfahrung zur Verfügung stellen würden“, sagt Cech. Die Region zähle rund 30.000 Einwohner. Nicht alle Bürger könnten nach St. Pölten fahren.

„Ich denke nicht, dass man mit 20 Impfzentren das Auslangen finden wird“, so Cech. Drei Impfstraßen hat es im März in der Glashalle gegeben. Gehe es um die Kapazitäten, könnte sich die Kleinregion vorstellen, die Impfstation in die Festhalle oder beispielsweise nach Purkersdorf zu übersiedeln, damit mehr Impfstraßen betrieben werden können. „Wir finden es extrem wichtig, dass es vor Ort eine Impfstraße gibt“, beharrt der Ortschef.

„Ich denke nicht, dass man mit 20 Impfzentren das Auslangen finden wird“

Auch ÖVP-Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner drängt auf ein Beibehalten der Impfstraße in Pressbaum. 1.500 Personen könnten ohne Probleme pro Woche geimpft werden. „Das ist eine optimale Lösung, und die Bürger sind sehr zufrieden. Wir haben das Potenzial und sollten dieses auch nützen“, sagt Schmidl-Haberleitner. Er selbst glaubt nicht, dass das VAZ genug Platz habe, um alle Bürger, impfen zu lassen. Besonders wenn diese nach der Impfung noch medizinisch beaufsichtigt werden sollten.

„Wir finden es extrem wichtig, dass es vor Ort eine Impfstraße gibt“ Bürgermeister Michael Cech

Laut Notruf Niederösterreich ist die Einrichtung von Impfzentren vor allem aus zwei Gründen wichtig: Zwischen der Erst- und Zweitdosis liegen nicht mehr drei, sondern sechs Wochen. Dazu rechne man mit großen aber unterschiedlichen Impfstoff-Liefermengen. Diese auf über 500 Impfstellen im Land aufzuteilen sei „logistisch nicht mehr machbar“, heißt es auf NÖN-Anfrage.

Zentren sind für bessere Organisation nötig

Die Impfzentren würden garantieren, dass „sieben Tage die Woche“ geimpft werden könne. Außerdem habe man laut Notruf NÖ die Möglichkeit, abweichende Impfstoff-Lieferungen besser zu kompensieren. Das VAZ als Zentrum sei für den gesamten Bezirk groß genug.

Deshalb werde es auch in Neulengbach und in Asperhofen keine Impfstraßen geben. Beide Gemeinden hatten sich zuvor um eine Stelle beworben. In Neulengbach wollte die Stadt im ehemaligen Logistikzentrum der Rehau Platz machen. Aus diesem Plan wird nun nichts werden. Fix ist aber: Personen, die in Gablitz und in Pressbaum bereits ihre Impftermine haben, werden vor Ort noch geimpft.

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