Pflege zu Hause ist gefragt. In Zukunft werden Pflegeeinrichtungen, mobile Dienste und 24-Stunden-Betreuer mehr Menschen pflegen müssen, besagt der aktuelle NÖ Altersalmanach. Die NÖN recherchierte die Situation im Bezirk.

Von Birgit Kindler und Marlene Trenker. Erstellt am 10. Juli 2019 (03:00)
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Symbolbild

„Wir haben festgestellt, dass mehr Menschen in unsere Einrichtung kommen möchten, seit der Pflegeregress abgeschafft wurde“, erzählt Gabriele Zach, Leiterin des SeneCura in Pressbaum. Erst kürzlich wurde ein Platz frei. „Für diesen Platz gab es bereits sechs Personen auf der Warteliste“, so Zach.

NÖN

Seit zwei Jahren bietet das Rote Kreuz die Hauskrankenpflege an. Zirka 50 Klienten werden im Gerichtsbezirk Purkersdorf betreut, sechs Mitarbeiter sind dafür zuständig. „Die Nachfrage ist steigend“, sagt Georg Tertsch vom Roten Kreuz. Die Behandlung ist je nach Patient unterschiedlich, manchmal dauert sie länger, manchmal nur kurz.

„Beispielsweise, wenn Patienten nach einer Operation auf einen Reha-Platz warten, betreuen wir sie“, erzählt Tertsch über die Tätigkeit des Roten Kreuzes. Einsätze bei älteren Personen gibt es einige, da sie bei Stürzen ein höheres Verletzungsrisiko haben.

„Was wir auch anbieten, ist das Rufhilfe-Band für Ältere. Damit können sie uns im Notfall direkt kontaktieren“, sagt Tertsch über einen weiteren Service der Rettungsorganisation. Direkte Betreuung seitens des Samariterbundes gibt es im Bezirk St. Pölten Land nicht. „Patienten-Notruf stellen wir jedoch auch zur Verfügung“, erklärt Obfrau Brigitte Samwald.

Viele Faktoren sind ausschlaggebend

Bei der Volkshilfe sieht man noch einen weiteren wichtigen Faktor, der für die Zukunft der Pflege ausschlaggebend sein wird.

„Auch die Anzahl der Single-Haushalte wird steigen. Die Pflege durch Angehörige geht somit zurück“, sagt Gregor Tomschizek, Geschäftsführer der Volkshilfe Niederösterreich.

„Auf diesen gesellschaftlichen Wandel müssen wir in Zukunft weiterhin bei der Gestaltung der Angebote eingehen“, fügt er hinzu. Eine Lösung aus Sicht der Volkshilfe NÖ ist die Förderung des betreuten sowie betreubaren Wohnens.

Menschen können in ihrem Umfeld bleiben

Die Menschen können so in kleinräumigen Einrichtungen in ihrem unmittelbaren Umfeld bleiben und müssen nicht in ein großräumiges Pflegeheim weiter wegziehen. „Die Altenbetreuung und Pflege ist ein Wachstumsmarkt“, heißt es auch vom Hilfswerk. Die größte Herausforderung ist dabei, genügend Personal zu finden. Denn dieses ist im Pflegebereich Mangelware. „Bis 2050 werden wir 3,5 mal so viel Pflegepersonal brauchen wie jetzt. Es sind dringend Maßnahmen nötig, denn der Personalmangel wird sich in Zukunft noch weiter zuspitzen“, schlägt Michaela Hinterholzer, Präsidentin des Hilfswerk NÖ, Alarm.

Für die Organisation ist es auch wichtig, das Image des Berufes zu heben, schließlich ist Pflege eine spannende und vielseitige Tätigkeit mit Sinn, die zudem großes Zukunftspotenzial hat.

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