Sicherheit für Radfahrer: Weg mit den roten Streifen. Seit einigen Jahren ist in der Region ein einheitliches Radnetz im Gespräch. Bisher wurde aber noch nicht viel umgesetzt.

Von Marlene Trenker und Birgit Kindler. Erstellt am 14. August 2019 (03:55)
NOEN

Erst vor kurzer Zeit wurde die Radlobby in Purkersdorf gegründet. Wie wichtig der Einsatz für sicheres Radfahren und der Ausbau des Radwegenetzes ist, ist nicht erst seit dem tragischen Unfall mit tödlichem Ausgang für zwei kleine Mädchen im Fahrrad-Anhänger klar. Was Philipp Eisingerich, Obmann der neugegründeten Radlobby in Purkersdorf besonders nachdenklich stimmt, sind die Schuldzuweisungen an die Mutter.

„Die Denkweise wird noch immer davon geprägt, dass das Auto den gesamten Verkehr dominiert“, so Eisingerich, der sich für die Region ein neues Verkehrskonzept für mehr Sicherheit wünscht. Gefahren für Radfahrer seien vor allem dort, wo Radfahrer auf Autos und Lkw treffen. „Neuralgische Punkte sind bei der Wientalstraße, beim Wienerwaldbad, aber auch in der Wintergasse und bei den Schulen“, meint der Purkersdorfer. Aber auch Richtung Pressbaum sei es gefährlich.

„Die Denkweise wird noch immer davon geprägt, dass das Auto den gesamten Verkehr dominiert“

Das bestätigt auch der Presbaumer Manfred Faber. Er legt alle seine Wege mit dem Fahrrad, zu Fuß, oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. „Das Radfahren an der Hauptstraße ist lebensgefährlich“, sagt Faber geradeheraus.

Diskussionen über die Verbesserung der Situation für Radfahrer gibt es schon lange. Passiert ist bisher wenig. Das Rad-Grundgesetz wurde vor einigen Jahren in Angriff genommen. Ein erstes Teilstück gibt es bereits nach dem Rekawinkler Berg Richtung Eichgraben. „Aber viele Menschen fahren nicht von Pressbaum mit dem Rad nach Eichgraben“, sagt Faber. In der Zwischenzeit haben die Radfahrer mit Alltagsproblemen zu kämpfen. Nicht selten wird eine aufgerissene Autotür zu einer echten Gefahr für die Alltagsradler.

„Das Radfahren an der Hauptstraße ist lebensgefährlich. Manfred Faber, Pressbaum

Die roten Streifen, die einen Fahrradstreifen suggerieren sollen, sind in der gesamten Region bekannt. Errichtet wurden diese im Jahr 1994. „Diese sind holprig und längst verwittert“, sagt Dominik Schreiber, der ebenfalls seine Wege in Pressbaum hauptsächlich mit dem Rad zurücklegt. Hinzu kommt hier auch eine rechtliche Komponente. Ein Bekannter von Manfred Faber wurde von einem Lkw auf den roten Streifen gedrängt. Doch auch die Bezirkshauptmannschaft hat festgestellt, dass die Streifen nicht befahren werden müssen, da sie in so einem schlechten Zustand sind. „Die roten Streifen gehören weg“, sind sich Faber und Schreiber einig.

Dominik Schreiber plädiert ohnehin dafür, dass Radfahrer ihren Platz beanspruchen sollen. Generell herrscht der Gedanke, Radfahrer für Autofahrer sichtbarer zu machen. „Hier müsste man umdenken“, sagt Schreiber. Für den Autoverkehr sollte das Tempo mehr rausgenommen werden. „Das Radfahren sollte für die gesamte Bevölkerung attraktiver gestaltet werden“, so Schreiber.

Aktuelle Umfrage

  • Gibt es in deiner Region genug Radwege?