Erstellt am 19. Januar 2017, 05:05

von Claudia Stöcklöcker

„Sicherungen sind durchgebrannt“. Vorbestrafter Asylwerber soll seiner Frau wieder gedroht haben. Richter spricht ihn frei.

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Weil seine Frau sich von ihm getrennt hat, soll ein 33-jähriger Asylwerber ihr gedroht haben. „Ich kann in Österreich jemanden finden, der meiner Frau für 2.000 Euro etwas antut“, soll der Afghane via Handy dem Bruder des mutmaßlichen Opfers mitgeteilt haben. Im Prozess am Landesgericht St. Pölten bestreitet der Angeklagte aus der Region das vehement.

Mit einem Fuß steht der 33-Jährige im Gefängnis, denn für den Richter ist er kein Unbekannter. Erst vor wenigen Monaten fasste der Asylwerber Bewährungsstrafe wegen Körperverletzung und Nötigung gegenüber seiner Frau und seinem Sohn aus. „Das spricht nicht gegen 100-prozentige Gewaltlosigkeit“, meint darob der Richter.

Der Angeklagte bleibt dabei: „Ich habe keine Probleme“, sagt er. Und: „Ich habe wegen der Armut mein Land verlassen und meinen Sohn und meine Frau nach Österreich gebracht und möchte keine Probleme.“

Zeugen werden ausführlich befragt. Für einen Schuldspruch reicht es nicht, der Richter spricht den 33-Jährigen im Zweifel frei.

Und er begründet: „Ich glaube nicht, dass der Angeklagte einschüchtern wollte, ich glaube, dass bei ihm Sicherungen durchgebrannt sind, er ist hysterisch geworden.“ Und weiters: „Er muss sich an Rechtliches anpassen, bei einem anderen Richter wär das heute vielleicht anders ausgegangen.“