Stechgetier, Särge und Geschirr beim Museumsfrühling NÖ. Mit Aktionen und besonderem Programm locken am Wochenende die Museen der Region.

Von Marlene Trenker und Birgit Kindler. Erstellt am 15. Mai 2019 (03:41)
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Für das Pressbaumer Heimatmuseum ist der Museumsfrühling ein ganz besonderes Ereignis. Es ist nämlich der Zeitpunkt, an dem die Topothek offiziell eröffnet wird. Birgit Bernardini-Schneider wurde von der Stadtgemeinde beauftragt, ein Inventar zu erstellen, woran sie derzeit arbeitet.

Mit der Topothek sollen natürlich noch weitere Bilder und Dokumente hereinkommen. Das entspricht genau dem Motto des diesjährigen Museumsfrühling „Museen – Zukunft lebendiger Traditionen“.

„Die Pressbaumer Geschichte kommt in der Zukunft an, denn egal, was mit den Dokumenten passiert, durch die Veröffentlichung im Internet bleiben sie für immer erhalten“, freut sich Bernardini-Schneider schon auf die Eröffnung der Topothek.

Die anderen Museen im Bezirk sind auch aktiv. „Wir hoffen auf allerschönstes Museumswetter beim Museumsfrühling NÖ am Wochenende. Wenn es warm und schön ist, spielt uns das nicht in die Karten“, schmunzelt der St. Pöltner Stadtmuseum-Leiter Thomas Pulle. Er glaubt, dass die Aktion Museumsfrühling auch neues Publikum anspricht. „Im Idealfall kommen Menschen, die vorher noch nie im Stadtmuseum waren, und sie kommen, weil sie so begeistert waren, danach wieder in unser Haus“, meint Pulle. Um einen Anreiz zu schaffen gebe es auch bewusst freien Eintritt im Rahmen der Sonderaktionen.

Geplant ist am Samstag eine spannende Sonderführung durch die Ausstellung „St. Pöltner Friedhöfe erzählen“ – dabei kann man einen josephinischen Sparsarg entdecken, die Original-Bekleidung der städtischen Bestatter oder einen hölzernen Leichenwagen.

Auch mit „Japanischer Kalligraphie“ können sich die Besucher näher beschäftigen, Künstlerin Hilde Urbanek zeigt ab 18.30 Uhr eine Live-Mal-Performance zur neu eröffneten Sonderausstellung im Stadtmuseum. Für die Kleinen ist am Sonntag eine Rätselrallye geplant.

Für Thomas Pulle ist es ein wichtiges Zeichen, dass die vielen Museen im Bundesland eine gemeinsame Aktion setzen, „um auf ihre tolle Arbeit hinzuweisen“. 134 Ausstellungsstätten sind in ganz Niederösterreich mit dabei, zwölf im Bezirk St. Pölten (siehe Infobox).

Ein Fixstarter seit Beginn der Aktion Museumsfrühling ist das Wilhelmsburger Geschirrmuseum. „Für uns ist es eine sehr gute Möglichkeit, das Museum im neuen Jahr zu präsentieren und die Aktivitäten des ganzen Jahres vorzustellen“, erklärt Roland Fink vom Geschirrmuseum. Geboten wird heuer eine Spezialführung durch das Wilhelmsburger Steingut-Schaudepot in der ehemaligen Geschirr-Fabrik mit Sammler Berndt Kirsch. „Durch die Aktion entsteht ein direkter Kontakt mit den Leuten, und es wird dadurch das Interesse für weitere Besuche geweckt“, erhofft Fink viele Besucher am Wochenende.

Den Museumsfrühling nutzen will auch das Museum NÖ in der Landeshauptstadt. Am Samstag und Sonntag gibt es im Haus der Geschichte und im Haus der Natur spezielle Museumstouren. Der Sonntag steht unter dem Motto „Tag der Überlebenskünstler – Die Trickkiste der Tiere und Pflanzen“ – passend zur Sonderausstellung „Stechen. Kratzen. Beißen. Mit den Waffen der Natur“. Für die Besucher gibt es eine Fotobox, eine Mikroskopier-Station, Kinderschminken sowie eine Rätselrallye mit kniffligen Fragen rund um die Waffen der Tiere. Außerdem kann man bei einer Live-Fütterung den Schildkröten beim Fressen zusehen. Das Kasperltheater dreht sich um „Ameisen in Gefahr“.

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