Stein gegen Kopf geworfen: „Wollte Frau erschrecken“. Region Purkersdorf: 46-Jähriger muss sich wegen versuchten Mordes verantworten.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 01. Juli 2020 (04:35)
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Wegen versuchten Mordes an seiner Ehefrau muss sich ein 46-Jähriger vor dem Geschworenengericht verantworten. Er soll versucht haben, seiner Gattin mit einem rund sechs Kilogramm schweren und etwa 25 mal 23 Zentimeter großen Rasenkantenstein auf den Kopf zu schlagen. Danach soll er noch versucht haben, die Frau zu würgen.

Die Tat ereignete sich Anfang Februar im Haus der Familie. Weil die Ehefrau herausfand, dass das gemeinsame Konto überzogen war, sprach sie ihren Ehemann im Wohnzimmer darauf an. „Er verließ daraufhin den Raum, ich habe gewartet, bis er wieder zurückommt, dass wir das klären können“, erzählt die Frau vor Gericht.

„Ich habe einen Schlag gespürt und im ersten Moment dachte ich, dass mein Mann zusammengebrochen ist. Als ich aufgestanden bin, habe ich ihn mit dem Stein in der Hand vor mir stehen gesehen“

Als er zurückkam, habe die Frau auf ihr Handy geschaut. Sie habe die ganze Zeit auf das Display geblickt. In diesem Zeitraum hat der Angeklagte den Stein gehoben und wollte seiner Frau „einen Stoß damit versetzen“, wie es der 46-Jährige ausdrückt. Aber genau da habe sich seine Gattin nach vorne gebeugt. „Ich habe einen Schlag gespürt und im ersten Moment dachte ich, dass mein Mann zusammengebrochen ist. Als ich aufgestanden bin, habe ich ihn mit dem Stein in der Hand vor mir stehen gesehen“, so das Opfer. Sie habe ihn daraufhin an den Händen gepackt, ihn gerüttelt und zu ihm gesagt, dass sie das bereden können. In dem Moment habe er den Stein fallen gelassen. „Ich habe zu schreien begonnen und bin weg. Er hat mich dann aber am Hals gepackt, wollte mich zu sich ziehen und hat mir Mund und Nase zugehalten“, erzählt die Ehefrau. Ihr sei es schließlich gelungen, sich zu befreien und den Stein zu ergreifen, dann sei der Angeklagte aus dem Haus verschwunden. Der 46-Jährige bestreitet jedoch, seine Frau gewürgt, geschweige denn ihr die Nase zugehalten zu haben.

Im Laufe der Verhandlung wiederholt der Mann mehrmals, dass ihm alles zu viel wurde und er seine Frau nur erschrecken, nicht verletzen wollte. Er hätte Suizidgedanken gehabt und wollte seiner Familie den Abschied erleichtern, indem er ihnen als gewalttätiger Vater und Ehemann in Erinnerung bliebe. „Warum haben Sie extra den Stein aus dem Freien geholt, wenn Sie Ihre Frau nur erschrecken wollten?“, fragt die vorsitzende Richterin. Das sei das erste, was ihm eingefallen sei, er hätte in dem Moment nicht rational gehandelt, erklärt der 46-Jährige.

Die Geschworenen entschieden einstimmig auf versuchte schwere Körperverletzung.

Der 46-Jährige wird deshalb wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Davon wurden 16 Monate bedingt mit einer Probezeit von drei Jahren festgesetzt.