Süchtiger bestellte Drogen im Internet. 25-Jähriger sollte von Gericht letzte Chance erhalten, diese nützte er nicht: Er bestellte während Therapie Heroin im Internet.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 30. August 2017 (05:19)
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Symbolbild

„Ich weiß, Chancen hab’ ich schon genug gehabt. Ich bitte aber trotzdem um noch eine weitere. Denn wenn ich jetzt mein Leben nicht in den Griff bekomme, dann ist alles vorbei“, sagte ein 25-Jähriger aus der Region Purkersdorf bei seinem Prozess am Landesgericht in St. Pölten. Wegen Drogendelikten ist er bereits vorbestraft, eine Therapie anstatt einer Strafe wurde ihm bereits gewährt.

Weil er sich während eines Aufenthaltes in einem Therapiezentrum Suchtmittel im sogenannten „Darknet“ bestellt hatte, sitzt er nun wieder vorm Richter. Drei Mal bestellte der 25-Jährige. Die heiße Ware kam bei ihm aber nicht an. 50 Gramm Heroin fingen Fahnder am Flughafen Wien/Schwechat ab. Weitere 50 Gramm Amphetamine und Speed wurden erst gar nicht geliefert.

Während Therapie eingekauft

„Eine Chuzpe!“, meint der Staatsanwalt ob der Aktionen. „Sie sind auf Entzug und bestellen Drogen!“

Auch der Richter wettert. „Es besteht der Verdacht, dass Sie die Suchtmittel verscherbeln wollten, an Abnehmer, die bei Ihnen gleich im Zimmer nebenan liegen“, sagt er zum Angeklagten. Dieser bedauert. „Das war eine Kurzschlusshandlung“, sagt er. Und gibt zu: „Konsumiert hab’ ich Ketamin, weil ich gehört habe, dass man das beim Drogentest nicht nachweisen kann.“

18 Monate Gefängnis

Für den 25-Jährigen setzt es nun 18 Monate Gefängnis, elf Monate bereits bedingt verhängte Strafen werden widerrufen (nicht rechtskräftig). Ob noch einmal Strafaufschub für eine weitere Therapie gewährt wird? „Ein Psychiater wird das entscheiden, ob der Angeklagte therapiefähig und -willig ist“, so der Richter im Urteil.