Pendler am Bahnhof Unterpurkersdorf „gestrandet“. Pendler ärgert sich über fehlende Information und fehlenden Schienenersatzverkehr nach „technischem Gebrechen in Hütteldorf“. ÖBB versuchte Problem rasch zu lösen.

Von Beate Riedl. Erstellt am 26. November 2019 (20:33)
Symbolbild
BilderBox.com

Montagmorgen, 6 Uhr früh, Bahnhof Unterpurkersdorf: Mehrere hundert Leute warten auf die Weiterfahrt nach Wien – großteils sind es Pendler, die (zumeist voll motiviert) in die neue Arbeitswoche starten wollen. Pünktlich waren an diesem Tag aber davon nur wenige in der Arbeit, ein „technisches Gebrechen am Bahnhof Hütteldorf“ machte eine Weiterfahrt für nicht mehr möglich.

Ein Stellwerkausfall kurz nach 5 Uhr früh war der Grund für die Verspätungen, wie ÖBB-Sprecher Christopher Seif bestätigt. Zwischen den Bahnhöfen Tullnerfeld, Maxing, Penzing und Unterpurkersdorf und Wien Hütteldorf konnten keine Züge geführt werden. Gegen 7 Uhr war die Störung dann wieder behoben. Bis sich die Verzögerungen aufgelöst hatten, dauerte es danach jedoch etwas, weshalb auch der Schienenersatzverkehr parallel bis 10.15 Uhr weitergeführt wurde.

Kurzfristige Ereignisse, kurzfristige Maßnahmen

„Ja, es kann schon einmal etwas passieren, aber dass es überhaupt keine konkreten Informationen gibt und auch weit und breit für längere Zeit kein Schienenersatzverkehr zu sehen ist, ist richtig ärgerlich“, lässt ein Pendler, der tagtäglich von Neulengbach zum Wiener Westbahnhof unterwegs ist, seinen Frust über die ÖBB Luft, nachdem auch er in Unterpurkersdorf „gestrandet“ ist. Obwohl durchgesagt worden sei, dass der Schienenersatzverkehr bereit steht, sei weit und breit keiner zu sehen gewesen.

„Kurzfristige Ereignisse erfordern ebenso kurzfristige Maßnahmen. Es tut uns natürlich leid, wenn die Bemühungen aller Beteiligten nicht in jedem Fall das gewünschte Ergebnis bringen“, versteht Seif den Frust so mancher Pendler und Fahrgäste, bitte aber zugleich um Verständnis. „Wir versuchen, immer so schnell wie möglich Busse zu organisieren“, so Seif. In diesem Fall seien umgehend zehn Busse für einen Schienenersatzverkehr zwischen Unter Purkersdorf und Wien Hütteldorf bestellt worden.

Die Kritik, dass es keinerlei Informationen gegeben habe, lässt Seif allerdings nicht auf sich sitzen: „Wir haben den Vorwurf überprüft: Bereits ab 5.15 Uhr waren im Bereich Wien Westbahnhof bis St. Pölten auf den Monitoren Infozeilen geschaltet und Durchsagen durchgeführt worden.“

Normalität kehrte dann wieder kurz nach 10 Uhr ein. Zu diesem Zeitpunkt war der Pendler wieder zu Hause, er fuhr wieder Richtung Heimat und legte kurzfristig einen Urlaubstag ein: „Wenn ich um 11 in der Arbeit bin, brauche ich gar nicht mehr hinzufahren. Ich bin froh, dass ich in einem so kulanten Unternehmen arbeite.“ Bei jedem sei das allerdings nicht möglich und er äzt: „Wenn du mit den ÖBB unterwegs ist, hat es keinen Sinn, in der Früh einen Termin auszumachen.“