Suzi Quatro freut sich auf Purkersdorfer Open Air. Die NÖN sprach wenige Wochen vor ihrem Auftritt in Purkersdorf mit der bekanntesten Bassistin der Musikgeschichte.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 08. August 2018 (04:27)
Chelle Carr
Suzi Quatro und ihre Bassgitarre sind eine Einheit. Beides zu bewundern beim Open Air in Purkersdorf.

In etwas mehr als zwei Wochen ist es so weit, dann nähert sich nämlich der Kultursommer seinem Höhepunkt, der da heißt Open Air mit Suzi Quatro. Die NÖN sprach vorab mit dem Superstar über ihren Auftritt in Purkersdorf und worauf sie sich besonders freut.

„Als Frau im Musik-Geschäft tätig zu sein, ist nicht unbedingt das Netteste. Viele weibliche Sachen müssen aufgegeben werden“, erzählt Suzi Quatro im NÖN-Interview über den Knochenjob Rock‘n‘Roll. Als sie sechs Jahre alt war, hat sie Elvis Presley gesehen und schon war es um sie geschehen, sie wollte ebenfalls auf die Bühne. „Weitere Vorbilder für mich waren Otis Redding, Bob Dylan und Billy Hollyday. Das ist zwar ein seltsamer Querschnitt, aber so ist es nun einmal“, sagt Quatro.

„Als Frau im Musik-Geschäft tätig zu sein, ist nicht unbedingt das Netteste."

Sie hat klassisches Klavier und Perkussion gelernt, geworden ist es aber schließlich die Bass-Gitarre. Mit ihrer älteren Schwester spielte sie in der Band „The Pleasure Seekers“. „Jedes Mitglied wählte sein Instrument. Ich war etwas zu langsam und so wurde mir gesagt, dass ich nun Bass spiele“, kam Quatro zunächst nicht ganz freiwillig zu dem Instrument, das sie berühmt machte. Ihr Vater schenkte ihr dann einen 1957er Fender Precision, „der Rolls Royce unter den Bass-Gitarren“, sagt sie.

Sie habe dann angefangen zu spielen und sofort bemerkt, dass es genau ihres ist, dass es perfekt zu ihr passe. Und auch hier gebe es Vorbilder. „James Jamesson von Motown ist die absolute Nummer Eins“, so Quatro. Aber auch die modernen Musiker hätten so einiges drauf und da fällt die Antwort sofort auf Flea von den Red Hot Chili Peppers. „Wenn ich ein Lied von ihnen im Radio höre, ohne es zu kennen, weiß ich dennoch, dass es von ihnen ist. Fleas Art, den Bass zu spielen ist einzigartig“, erzählt Quatro. Sie mag aber auch Ed Sheeran und die Band Keane.

„Ich bin Entertainerin und ich erwarte mir von dem Konzert, dass die Leute gut unterhalten werden.“ Suzi Quatro

Warum es nicht mehr Frauen gibt, die den Bass spielen? „Es ist kein nettes Instrument. Es ist groß, es ist sogar größer als ich“, antwortet Quatro. Dennoch erkenne sie derzeit einen Trend in der Musikbranche, dass es ganz cool ist, eine weibliche Bassistin zu haben. „Das ist gut, es wird aber auch wieder aufhören“, ist sich Quatro sicher, die jedenfalls die erste bekannte Bassistin war.

Auf das Konzert in Purkersdorf freue sie sich schon sehr. „Ich bin Entertainerin, und ich erwarte mir von dem Konzert, dass die Leute gut unterhalten werden“, steckt sich Quatro ein Ziel. Sie wird auch ein paar Tage früher anreisen, denn sie möge Österreich sehr. „Früher war das leider nicht so. Doch heutzutage habe ich die Möglichkeit, mir Zeit zu nehmen und das mache ich auch“, so Quatro.

Sie wird auch einige Museen in Wien besuchen. Eines ihrer liebsten Gemälde ist nämlich „Der Kuss“ von Gustav Klimt. Warum? – „Es ist eine sehr persönliche Sache. Entweder ein Gemälde spricht zu dir oder eben nicht. Der Kuss ist sehr minimalistisch, dabei schreit dich das Bild aber förmlich an“, schwärmt Quatro.