Region Purkersdorf: Pandemie prägte Einsätze. Samariterbund und Rotes Kreuz ziehen Bilanz über vergangenes Jahr. Relativ ruhig war es an Weihnachtsfeiertagen und Silvester. Coronavirus hielt Einsatzkräfte auf Trab.

Von Melanie Baumgartner, Kristina Veraszto und Beate Riedl. Erstellt am 07. Januar 2021 (03:25)
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Die Silvesternacht ist in der Region Corona-bedingt recht ruhig über die Bühne gegangen. Das zeigt sich auch in den Bilanzen der Einsatzkräfte.

Das Rote Kreuz Purkersdorf-Gablitz hatte in der Nacht zum Neujahrstag kein höheres Einsatzaufkommen als sonst. Nennenswerte Ereignisse blieben zum Glück aus. Auch in den vorhergegangenen Weihnachtsfeiertagen verliefen die Dienste der Ehrenamtlichen verhältnismäßig ruhig, heißt es aus der Bezirksstelle. Von Weihnachten bis zum Stefanitag wurden 58 Einsätze durchgeführt. Verstärkt besetzt war die Mannschaft, damit Patienten zu ihren Behandlungen in die Krankenhäuser transportiert werden konnten.

„Das Jahr 2020 war durch die Coronapandemie maßgeblich geprägt, sowohl im Rettungsdienst als auch in den Dienstleistungen der Gesundheits- und Sozialen Dienste waren die Mitarbeiter des Roten Kreuzes mit zahlreichen Veränderungen im Alltag konfrontiert“, zieht Bezirksstellenleiter Wolfgang Uhrmann Bilanz und ergänzt: „Nicht nur die Umstellung unserer täglichen Aufgaben durch verstärkte hygienische Maßnahmen in allen Leistungsbereichen, sondern auch neue Einsatzszenarien, wie Covid-Testungen, prägten das gesamte Jahr. Meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gebührt für die außerordentlichen Leistungen in diesen ungewöhnlichen Zeiten und ihrem tatkräftigen Einsatz in der Pandemie großer Dank.“ 2.500 Mal rückte das Rote Kreuz Purkersdorf-Gablitz im vergangenen Jahr zu Rettungseinsätzen aus – davon 700 Mal mit dem Notarzteinsatzfahrzeug. Insgesamt 11.000 Transporte wurden durchgeführt, und in Summe sind die Einsatzfahrzeuge der Rot-Kreuz-Mannschaft 450.000 Kilometer weit gefahren.

Auch beim Samariterbund verliefen die Feiertage relativ ruhig. „Silvester war relativ ruhig, hier haben sich die Ausgangsempfehlungen bemerkbar gemacht, es wurde in unserer Region so gut wie nicht in der Öffentlichkeit gefeiert. Großes Kompliment an die Bürgerinnen und Bürger unserer Region!“, lobt Christian Hiel, Obmann des Samariterbundes Purkersdorf, die Disziplin. Zwischen 25. und 26. Dezember sowie zwischen 31. Dezember und 1. Jänner verzeichneten die Samariter rund 70 Ausfahrten, die neben dem Transport von Dialyse-Patienten auch einige internistische Notfälle beinhalteten.

Das bestätigt auch die Polizei in der Region: Es wurden zwar Raketen und Knaller geschossen, Einsätze habe es aber keine gegeben, heißt es von der Exekutive.

Grundsätzlich war das Jahr 2020 durchgehend von der Coronapandemie geprägt. „So sind die Einsätze und Transport durch erhöhte Sicherheitsauflagen wie Masken und Schutzanzüge nicht einfacher geworden“, erklärt Hiel. Zusätzliche Zeit und Leistung wurde bei der Stabsarbeit in der Landesregierung und im Landesverband geleistet, auch bei der Koordination und Durchführung von Coronatests waren und sind die Freiwilligen des Samariterbunds gemeinsam mit ihren Kollegen vom Roten Kreuz im Einsatz.

590.000 Minuten im Einsatz

Rund 9.000 Ausfahrten bewältigten die Samariter, leisteten dabei 590.000 Arbeitsstunden und absolvierten rund 320.000 Kilometer. In den Gemeinden Purkersdorf, Gablitz und Mauerbach wurden zudem 18.000 Essen ausgeliefert. Einen Rückgang verzeichnete der Samariterbund bezüglich Ambulanzen und Erste-Hilfe-Schulungen.

Mit gedämpftem Optimismus blickt Hiel dem Jahr 2021 entgegen. „In der Hoffnung, dass die Impfungen so rasch wie möglich kommen und auch angenommen werden. Bis dahin unsere Bitte an alle Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinden, bleibt weiter so diszipliniert wie bisher: Abstand halten, Hände waschen, Maske tragen.“