Darf’s bisserl mehr sein?. Nach der mageren Medaillenausbeute in Rio wird die Diskussion um die tägliche Turnstunde wieder laut.

Von Lisa-Maria Seidl. Erstellt am 02. September 2016 (04:09)
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Nach den wenig erfolgreichen Olympischen Spielen in Rio werden wieder Forderungen nach täglichen Turnstunde laut.

Als Echo auf die aus österreichischer Sicht wenig erfolgreichen Olympischen Spiele in Rio wird der Ruf nach einer verpflichtenden täglichen Turnstunde gerade in den Volksschulen laut. Aber würde diese Maßnahme wirklich zu mehr Volksgesundheit und einer Verbesserung im Breitensport beitragen?

„Grundsätzlich halte ich Bewegung schon für sinnvoll, dann dadurch lernen die Kinder auch besser, sind fit und aufnahmefähig“, so Direktorin Anna Diasek von der Volksschule Purkersdorf. In ihrer Schule sei aber die tägliche Bewegung ohnehin gegeben. „Unsere Lehrer bemühen sich, kleinere Bewegungseinheiten einzubauen, zum Beispiel in der Klasse oder im Innenhof der Schule. Leider ist der Freiraum dafür etwas beschränkt“, so Diasek und weiter: „Unsere Lehrer sind in dieser Hinsicht sehr engagiert.“

Ist Lehrpersonal dafür überhaupt ausgebildet?

Im Zuge der Diskussion um den Turnunterricht wurde auch geäußert, dass die Ausbildung des Lehrpersonals nicht ausreichen würde. So fordert etwa der Landtagsabgeordnete Walter Naderer: „Für Bewegungs- und Motorik-Pädagogik brauchen wir durch die ganzheitliche Vermittlung voll motivierte und athletisch bestens ausgebildete Fachkräfte. Wenn ein Volksschullehrer das kann – super. Aus Erfahrung weiß ich, dass das Lehrpersonal hier professionelle Unterstützung braucht.“

Volksschuldirektorin Anna Diasek meint: „Volksschullehrer sind Allround-Lehrer und sollen sich in allen Gebieten auskennen“. Somit ist natürlich auch Sport Teil der Volksschullehrer Ausbildung. Diasek betont: „Wir nutzen aber auch Fortbildungsveranstaltungen und wirken als Muliplikator, indem wir erworbene Erkenntnisse an die Kollegen weitergeben.“ Dennoch räumt sie ein: „Für eine Turnstunde im Turnsaal ist ein speziell ausgebildeter Sportlehrer natürlich das Optimum.“