Gablitzer entdeckte Saurierzahn bei Ausgrabungen. Der Gablitzer Paläontologe Alexander Lukeneder vom Naturhistorischen Museum (NHM) Wien entdeckte Überreste eines Pliosauriers.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 08. Oktober 2019 (09:00)
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Alexander Lukeneder hat den Zahn entdeckt

Eineinhalb Zentimeter ist er groß – der Saurier-Zahn, den Paläontologe Alexander Lukeneder bei einer Grabung im Raum Ebensee in Oberösterreich gefunden hat. Es ist der erste Nachweis eines Pliosauriers im gesamten Alpenraum, und überhaupt erst der zweite aus der unteren Kreidezeit weltweit.

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Im internen Kreis wird der Saurier auch „Pliosaurier austriacus“, also österreichischer Pliosaurier genannt. Gelebt haben diese Meeresreptilien im Urmeer.

Pliosaurier waren im Meer lebende Reptilien. Sie hatten 60 bis 100 spitze, krokodilartige Zähne im Maul ihres bis drei Meter langen Schädels. „Vergleichbar sind sie mit den Mosasauriern aus den Jurassic-World-Filmen“, berichtet Lukeneder. Wissenschaftlich gesehen ist er ein Vertreter der Thalassophonea. „Etwas martialisch als ‚Mörder der Meere‘ zu übersetzen“, so der Wissenschafter.

Der Gablitzer fand den Stein mit dem Zahn bei einer Grabung zwischen Traun- und Attersee. „Ich habe ihn eingepackt und mitgenommen. Zuerst ist er ein paar Monate herumgelegen, dann habe ich den Fund begutachtet und festgestellt, dass es etwas Einzigartiges ist“, erzählt Lukeneder. Den Zahn hat er aus dem Stein herauspräpariert. „Das habe ich gleich selbst gemacht: Wäre etwas schiefgegangen, dann hätte ich nur auf mich selbst sauer sein können“, schmunzelt der Gablitzer.

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So hat der Zahn ausgesehen, den der Wissenschafter gefunden hat.

Gemeinsam mit seinem russischen Kollegen Nikolay Zverkov hat er sich dann auf die Suche nach dem „Besitzer“ des Zahnes gemacht und er konnte schlussendlich einem Pliosaurier zugeordnet werden.

Der Zahn wird ab 2020 in der Ausstellung des Mesozoikum-Saals 8 im Naturhistorischen Museum zu sehen sein.