Tierpark Wolfsgraben: „Wir verstärken das Verhalten der Tiere“

Erstellt am 03. August 2022 | 05:07
Lesezeit: 3 Min
Im Tierpark Wolfsgraben können Besucher nicht nur die Tiere kennenlernen, sondern auch mit Esel Frederic malen.
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Foto: NOEN

Neugierig beobachten Coco, Louis und Valentino, was sich vor ihrem Gehege auf dem Gnadenhof in Wolfsgraben abspielt. Die drei Waschbären wurden in einer Schachtel gefunden und von Gründerin Gabriele Wodak liebevoll mit der Flasche großgezogen.

„Wir bemühen uns sehr, unseren Tieren eine artgerechte Haltung und sinnvolle Beschäftigung zu bieten“, erklärt sie beim Rundgang und deutet auf eine mit Stroh gefüllte Säule, bei der sich die Bären ihr Futter erarbeiten müssen.

Gelegenheit für Rambazamba bieten außerdem Baumstämme, eine Schaukel, ein Bachlauf oder ein Teich. Kaum bleibt Wodak vor dem Gehege stehen, nähern sich ihre Schützlinge dem Gitter, strecken ihre Pfoten hindurch und fordern Streicheleinheiten ein.

Poitouesel Frederic als Star und Maler

Trotzdem, betont Wodak mehrfach, ist der Tierpark kein Streichelzoo mit regelmäßigen Öffnungszeiten. Stattdessen muss man sich für eine Führung über das vier Hektar große Gelände anmelden. Dabei lernen Besucherinnen und Besucher nicht nur die Geschichten und Charaktere der Tiere kennen, sondern auch viel über deren Haltung.

In den vergangenen 22 Jahren ist ihre Tierschar auf rund 80 Tiere angewachsen. Darunter sind etwa Affen, Kamele, Ziegen oder Schweine. Beim Rundgang fällt zudem auf, dass hier besonders viele Esel leben. „Bei Eseln bin ich völlig schwach. Da kann ich nie ‚Nein‘ sagen“, gibt Wodak zu. Zuletzt kam das Esel-Fohlen Leon hinzu. Er wurde im Mai auf dem Gnadenhof geboren.

Ein besonderer Star ist Frederic, denn der zottelige Poitouesel ist leidenschaftlicher Maler. „Wir versuchen das Verhalten der Tiere, welches sie selbst anbieten, zu verstärken“, erklärt Wodak. Vor rund einem Jahr beobachtete sie, wie Frederic Stöckchen ins Maul genommen und über den Boden geschoben hat. Mittlerweile ist er auf Pinsel sowie Leinwand umgestiegen und malt abstrakte Gemälde.

Beim Besuch der NÖN wuselt eine Gruppe Kinder über den Gnadenhof. Sie nutzten ihren Besuch, um gemeinsam mit dem Esel zu malen. Für sein Gemälde wählten sie die Farben Pink, Lila und Orange aus. Anschließend wollen sie das Kunstwerk in ihrem Hort als Erinnerung aufhängen. Das gemeinsame Malen, berichtet Wodak, sei ein beliebtes Geschenk. Ihr Tierschutzprojekt finanziert sich – neben Spenden, Tierpatenschaften und Führungen – über den Verkauf von Erlebnis-Gutscheinen.

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