Der Senioren-Garten. Die Landschaftsgärtnerin Karin Schauer gab Siedlern Tipps für eine altersgerechte Gartengestaltung: „Öko ist pflegeleicht.“

Von Burkhard Weigl. Erstellt am 16. Oktober 2014 (07:05)
NOEN, Weigl
Siedlervereins-obmann KarlHeinz Melzer, Landschaftsgärtnerin Karin Schauder und Obmann-Stellvertreter Rudolf Matuschek.

Vielen Gartenbesitzern im fortgeschrittenen Alter fällt die Pflege der eigenen Grünfläche zunehmend schwerer. Rasen mähen und Unkraut jäten wird zur Schwerarbeit, Hilfskräfte sind teuer. „Je älter man wird, desto besser muss man seinen Garten organisieren“, empfahl Karin Schauer bei der Herbstversammlung des Siedlervereins: „Der Garten soll keine Last sein, sondern Freude machen.“

Umbau zu einem „Senioren-Garten“

Ein aufmerksamer Rundgang durch das private Grün kann Senioren helfen, Verbesserungen herauszufinden und auf einem Notizzettel aufzuschreiben. Denn für den Umbau des Gartens zu einem „Senioren-Garten“ ist ein detailliertes Konzept notwendig.

Schauer: „Zuerst sollte man seine Hauptorte im Garten suchen und sich folgende Fragen stellen: Habe ich einen Schattenplatz für den Sommer? Habe ich einen Sonnenplatz für Frühling und Herbst?“ Je älter man wird, desto näher sollten die Sitzplätze am Haus sein. Ganz alten oder gehbehinderten Personen muss es oft genügen, bloß einen schönen Blick hinaus in den Garten zu haben. Doch auch das gehört rechtzeitig geplant, damit der Garten selbst für hochbetagte Menschen ein Ort der Inspiration bleiben kann.

Rüstige Senioren, die noch gerne garteln, können sich die Arbeit auf mehrfache Weise erleichtern: „Gutes Werkzeug ist die halbe Arbeit, deshalb sollte man schon beim Kauf auf ergonomische Gartengeräte achten“, riet Karin Schauer.

Tipps für zur Erleichterung der Arbeit

Noch leichter wird die Arbeit, wenn das Gemüse in Hochbeeten gepflanzt wird und nicht allzu anspruchsvolle Blumen gesetzt werden: „Ökologie macht den Garten pflegeleicht“, lautet daher ein wichtiges Credo der gelernten Landschaftsgärtnerin: „Heimische Pflanzen brauchen weniger Pflege als exotische.“

Sicherheit und kurze Wege sind weitere Fragen, mit denen sich ältere Gartenbesitzer auseinandersetzen sollen. Stolperfallen gehören entschärft, Schwellen entfernt und auch bei der Wäschespinne könnte man nachdenken, ob diese nicht näher am Haus platziert werden könnte.

Mit dem Kärcher die Schildlaus bekämpfen 

In einem zweiten Vortrag gab Gartenfachberater Hans Pribyl Pflanzentipps für den Garten im Herbst: „Krankes Nuss- oder Birnenlauf mit Rostpusteln soll man nicht kompostieren. Auch die Maulbeerschildlaus, die durch einen weißen Belag am Flieder erkennbar ist, kommt wieder häufiger vor. Man kann die Läuse mit dem Kärcher herunterblasen, denn es ist immer noch besser, einige Blätter zu verlieren, als die ganze Pflanze.“

Zur Moosbekämpfung sollte man im Herbst das Belüften das Rasens nicht vergessen. Pribyl: „Belüften ist dafür besser geeignet als Vertikutieren.“

Für 2015 plant der Purkersdorfer Siedlerverein wieder einen Ausflug. „Wahrscheinlich fahren wir ins Gebiet von Rax und Schneeberg“, kündigte Siedler-Obmann Karlheinz Melzer an.