Gablitz' Bürgermeister Cech: „Alle Sorgen werden ernst genommen“

Erstellt am 30. Juli 2022 | 05:34
Lesezeit: 4 Min
Sommergespräch - Gablitz' Bürgermeister Cech: „Alle Sorgen werden ernst genommen“
Bürgermeister Michael Cech steht der NÖN Rede und Antwort.
Foto: Melanie Baumgartner
Ortschef Michael Cech über die Kritik um das neue Ortszentrum, einen neuen Schulstandort und seine Rolle in der Kleinregion.
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Das neue Ortszentrum ist seit einigen Monaten in aller Munde und sorgt für viel Aufregung. Bürgermeister Michael Cech sprach mit der NÖN über die Kritik rund um das Ortszentrum, aber auch über Verkehrsbeschränkungen und die Zusammenarbeit in der Kleinregion „Wir 5 im Wienerwald“.

NÖN: Das neue Ortszentrum sorgt immer wieder für Aufregung. Was wurde hier kritisiert?

Michael Cech: Grundsätzlich ist das Ziel, ein attraktives Zentrum für alle Generationen zu schaffen. Da ist der erste Schritt der Neubau des Pflegeheims. Die Planungen für die weiteren Objekte sind jetzt in der Endphase. Die ersten Planungsentwürfe –und da muss ich sagen, es waren immer Entwürfe, die da kritisiert worden sind – sind wirklich deutlich verändert worden. Wir haben unsere Ideen eingebracht in Richtung des Hauptplatzes, der jetzt über 1.000 Quadratmeter groß sein wird und Richtung der Bebauungsdichte. Diese Planungen sind nahezu fertig.

Auch das zugehörige Verkehrskonzept stand immer wieder in der Kritik. Verstehen Sie diese?

Cech: Ich kann Sorgen und Bedenken immer nachvollziehen. Was ich nicht nachvollziehen kann, ist gesteuerter Populismus. Wir haben sogar die beiden Verkehrsplaner des Landes in die Gemeinderatssitzung einladen und die haben bestätigt, dass die Komponenten des Verkehrskonzepts gut und sinnvoll und dazu angetan sind, die Verkehrslage zu verbessern. Wenn es da kein Einsehen gibt, und mit Falschinformationen gearbeitet wird, dann verstehe ich, dass Sorgen entstehen. Tatsache ist aber auch, dass wir das Verkehrskonzept im letzten Amtsblatt vorgestellt haben und ich ausschließlich positives Feedback erhalten habe.

NÖN: Hätte man als Gemeinde besser informieren können?

Cech: Kaum. Wir hatten Bürgerbeteiligungen, Workshops und alles in den Ausschüssen diskutiert. Ich glaube, offener kann man nicht informieren. Es ist der Vorwurf gekommen, dass die Informationen nicht vollständig sind. Jetzt ist die Frage, informiert man frühzeitig und sagt dazu, dass es erste Planungen sind. Auf der anderen Seite könnte man fix fertig planen und erst dann präsentieren, wenn alles durchgeplant ist. Das halte ich aber für den falschen Weg. Wir haben gemeinsam mit dem Bauträger an der Weiterentwicklung gearbeitet und ich denke, das war der richtige Weg.

Es hat sich auch eine Bürgerinitiative gebildet. Inwieweit werden deren Sorgen ernst genommen?

Cech: Grundsätzlich werden alle Sorgen ernst genommen. Ich setze aber grundsätzlich voraus, dass, wenn sich jemand ernsthaft in einen Prozess einbringen will, er auch bei der Wahrheit bleibt. Es wurden Forderungen gestellt, die ohnedies eingeplant waren, aber auch welche, die nicht realistisch waren. Wir nehmen aber all diese Forderungen ernst und im letzten Amtsblatt sind wir auf alle eingegangen.

Seit vergangenem Jahr ist Tempo 50 auf der B 1 Realität. Was hat sich seitdem verändert?

Cech: Es gibt immer Ausreißer, aber ich denke, dass es für die Leute logischer ist, wenn ab Ortsbeginn Tempo 50 gilt. Wir haben zwei Messgeräte in dem Bereich aufgestellt, die auch aufzeichnen. Im Durchschnitt muss man sagen, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung gut eingehalten wird.

Es wurde auch Tempo 30 in Siedlungsgassen angedacht. Wie ist hier der aktuelle Stand?

Cech: Wir dehnen die Tempo-30-Zone dort aus, wo sie besteht, in der Hochbuchstraße und auch in der Hauersteigstraße – und dort wo es Sinn macht. Dort, wo es keine Anrainer gibt, macht es auch wenig Sinn.

Gemeinsam mit Purkersdorf wird ein neuer, zusätzlicher Volksschulstandort angedacht. Welche Anforderungen stellt hier Gablitz?

Cech: Der Bedarf an Schulplätzen wird steigen. Auch in Gablitz wird es in den nächsten zehn Jahren 500 Wohneinheiten mehr geben. Gemeinsam mit Purkersdorf planen wir deshalb an einer Ganztagsschule als Ergänzung. In Gablitz gibt es aber keine möglichen Standorte dafür, anbieten würde sich etwa Unter Purkersdorf. Für uns ist wichtig, dass der Standort für die Gablitzer erreichbar ist. Viele Gablitzer arbeiten in Wien und bringen ihre Kinder am Weg zur Arbeit in die Schule. Ein Standort entlang der B 44 wäre für uns etwa undenkbar.

Sie sind Obmann der Kleinregion „Wir 5 im Wienerwald“. Was bedeutet das und welche Vorteile bringt das für Gablitz?

Cech: Als Obmann sehe ich schon die Funktion zu motivieren und zusammenzubringen. Aber die Arbeit machen wir gemeinsam. Ich sehe einen extremen Nutzen, nicht nur bei der Pandemiebekämpfung, sondern auch in Sachen Mobilität, wo wir jetzt eben die Bike-Boxen anschaffen. Und auch beim Thema Demenz-Region: Das schafft eine Gemeinde nie alleine. Da kann man nur Kräfte und Hirn bündeln und dadurch profitieren wir alle davon.

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