Tullnerbachs Ortschef Novomestsky: „Neubau ist große Prestigesache“

Erstellt am 05. August 2022 | 04:34
Lesezeit: 4 Min
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Johann Novomestsky im Gespräch über aktuelle Geschehnisse.
Foto: Baumgartner
Johann Novomestsky im Gespräch über den Neubau des Wienerwaldgymnasiums und Fortschritte beim Bahnhofsumbau.
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Aktuell wird der Bahnhof Tullnerbach-Pressbaum umgebaut. Rund um die Arbeiten gibt es aber auch einiges an Kritik. Wie die Gemeinde darauf reagiert, wie es um das Verkehrskonzept beim neuen Wienerwaldgymnasium steht und inwieweit Tullnerbach vom Ukraine-Krieg betroffen ist, verrät Bürgermeister Johann Novomestsky.

NÖN: Wie hat sich der Ukraine-Krieg auf das Leben in der Gemeinde ausgewirkt?

Johann Novomestsky: So wie überall sind auch bei uns Öl und Sprit teurer geworden und die Lieferzeiten sind jetzt deutlich länger. Musste man etwa 14 Tage auf eine Straßenleuchte warten, sind es aktuell vier Monate. Gesellschaftlich ist vonseiten der Bevölkerung viel Unterstützung da. Wir haben zudem zwei Familien in einer Gemeindewohnung untergebracht, von denen eine jetzt aber wieder in die Ukraine zurückkehrt.

Der Weidlingbachtunnel ist aktuell wegen Erneuerungsarbeiten gesperrt, ausweichen ist über den Bahnschranken Lawieserstraße oder über Irenental möglich. Wie geht es der Bevölkerung damit?

Novomestsky : Anfangs gab es die Befürchtung, dass wegen der Umleitung mehr Verkehr durchs Irenental rollt. Das hat sich aber eigentlich in Wohlwollen aufgelöst und ist letztendlich nicht so schlimm geworden, wie befürchtet. Lediglich beim Schranken in der Lawieserstraße gab es immer wieder Probleme.

Welche Probleme waren das?

Novomestsky: Die Wartezeiten beim Schranken waren oft sehr lang. Wir haben das Problem zwar regelmäßig den ÖBB gemeldet, jedoch ohne Erfolg. Als ich gedroht habe, die Strecke zu blockieren, hat sich auf einmal etwas getan. Seitdem sind die Wartezeiten deutlich kürzer geworden.

Warum kommt es aktuell bei der Auffahrt zur Lawies in der Egererstraße zu Verzögerungen?

Novomestsky: Hier soll die Auffahrt den aktuellen Begebenheiten angepasst werden. Die Straße ist 150 Jahre alt und nicht für die heutigen Fahrzeuge, insbesondere Lkw, ausgelegt. Eigentlich hätte die Auffahrt schon vor den Arbeiten am Tunnel fertig sein sollen, jedoch hat sich das Ganze wegen Einsprüchen und Gerichtsverhandlungen immer wieder verzögert.

Verstehen Sie, dass es hier Bedenken gibt?

Novomestsky: Eigentlich nicht. Es verschlechtert sich dort nichts, es kommt weder zu einer Behinderung durch Lärm, noch durch Schadstoffe. Es wird lediglich die Straße neu gemacht. Dafür haben wir 4.500 Quadratmeter Wald von den Bundesforsten angekauft, von denen 2.900 Quadratmeter gerodet werden sollen. Außerdem haben wir uns mit den ÖBB auf eine Wiederaufforstung geeinigt. Jetzt warten wir aber erst einmal das Urteil des Landesverwaltungsgerichts ab.

Was passiert, wenn das Urteil negativ ausfällt und die Rodung abgelehnt wird?

Novomestsky: Dann wird die Auffahrt Egererstraße nicht saniert, sondern bleibt, wie sie ist. Es wird dann allerdings ein Abbiegeverbot aus Richtung Tullnerbach kommend geben und im Winter Schneekettenpflicht. Der Schranken in der Lawieserstraße wird nichtsdestotrotz geschlossen.

Derzeit wird das Wienerwaldgymnasium neu gebaut. Was bedeutet das für die Gemeinde?

Novomestsky: Für die Gemeinde ist es eine große Prestigesache, finanzieller Gewinn ist es keiner. Im Dezember soll das Gebäude baulich fertig sein, nach Ostern soll der Schulbetrieb dort starten.

In den letzten Monaten gab es Kritik wegen eines fehlenden Verkehrskonzepts. Gibt es hier Fortschritte?

Novomestsky: Vizebürgermeister Helmut Elsinger ist mit einer Planerin in Kontakt, die den Ist-Zustand vermessen und daraufhin ein Konzept erstellen wird. Das müssen wir anschließend der Landesimmobilien-Gesellschaft und dem Bund als Grundstückseigentümer bzw. Schulbesitzer vorlegen. Sobald es von diesen Stellen die Zustimmung gibt, können wir mit der Umsetzung beginnen.

Wie sieht hier der Zeitplan aus?

Novomestsky: Wenn das neue Gymnasium in Betrieb geht, sollte auch die Zufahrt passen. Wir brauchen aber zuerst ein Konzept, das wir der Landesimmobiliengesellschaft vorlegen können.

Hat man aus Ihrer Sicht zu spät zu planen begonnen?

Novomestsky: Wir haben bereits vor zwei Jahren damit begonnen, Corona hat aber alles verzögert.

In der letzten Gemeinderatssitzung war die Jugendarbeit Thema. Was ist in dieser Richtung geplant?

Novomestsky: Gemeinderätin Gerda Schmutterer ist auf der Suche nach Plätzen, wo sich die Jugendlichen aufhalten können. Das sind Räume, aber auch Flächen, auf denen Fußball gespielt werden kann. Aktuell läuft die Suche.

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