Steine, Kunst und Gastlichkeit im Heimatmuseum Gablitz. Sonderausstellung dreht sich um den Ortsteil Höbersbach. Eröffnung ist am Samstag.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 03. Juli 2020 (03:29)

Noch nie war der Ortsteil Höbersbach Thema einer Ausstellung, teilt Renate Grimmlinger, Leiterin des Heimatmuseum Gablitz mit. Daher hat man sich dazu entschlossen, diesem Ortsteil jetzt eine Sonderausstellung mit dem Titel „Höbersbach: Steine, Kunst und Gastlichkeit“ zu widmen. Die Eröffnung findet am Samstag, 4. Juli, um 16 Uhr im Heimatmuseum Gablitz statt.

Drei Themen werden behandelt

Zum Thema Steine wird Alexander Lukeneder vom Naturhistorischen Museum informieren. Zehn Steinbrüche gab es in Gablitz, drei in Höbersbach, wovon einer besonders interessant ist, da er Bernstein beinhaltet. „Seit 200 Jahren wird im Wienerwald um Gablitz Sandstein aus der Flyschzone abgebaut“, teilt Alexander Lukeneder mit. Einem Zufall verdankt Gablitz ein Juwel der Erdgeschichte. „Versteckt zwischen mächtigen Sandsteinbänken am Peilerstein konnten im Steinbruch Höbersbach die einzigartigen Wienerwald-Bernsteine gefunden werden“, weiß der Wissenschaftler.

Bernstein ist fossiles Harz von Bäumen und Sträuchern. Der honigfarben bis rötliche Bernstein vom Peilerstein aus Gablitz wird auch als Flyschharz oder Copalin bezeichnet. „Die sehr spröden Bernsteinstücke vom Höbersbach sind meist wenige Millimeter groß, können aber mitunter auch faustgroß sein. Sie eignen sich aber nicht als Schmucksteine“, erklärt Lukeneder. Auch um Kunst wird sich die Ausstellung drehen. Der Jazzmusiker und Kabarettist Charlie Wonesch alias Charlie Baeker (1931-1965) wohnte in Höbersbach, und der Zeichner Anton Suchomel (1879-1962) kehrte oft in Höbersbach ein und widmete diverse Zeichnungen. Über die Kunst, das historische Höbersbach und die Gastlichkeit wird Grimmlinger referieren. Nach der Veranstaltung ist eine Fahrt nach Höbersbach geplant, um die Gegend und die neu errichtete Tafel, die von Lukeneder entworfen wurde, anzusehen.

Weitere Termine für die Ausstellung sind Samstag, 12. September sowie Samstag, 19. September, jeweils um 16 Uhr sowie nach Terminvereinbarung. Die Sonderausstellung ist bis Jahresende zu besichtigen und wird gegebenenfalls bis März 2021 verlängert. Besucher sollten eine Maske tragen.