Eine Feldwiese für alle?. Bürgermeister Peter Buchner (ÖVP) stellte die Pläne für einen Sportplatz auf der Feldwiese vor und präsentiert einen Kaufinteressenten für das alte Sportplatzareal.

Von Jacqueline Kacetl. Erstellt am 16. September 2014 (16:03)
Stellten sich den Fragen des Publikums: Walter Klement vom USC Wiesbauer Mauerbach, Bürgermeister Peter Buchner und Landschaftsplaner Gerhard Prähofer (v.l.)
NOEN, Kacetl

Letzten Sonntag hatte das Rätselraten rund um den auf der Feldwiese geplanten Sportplatz ein Ende. In einer moderierten Präsentation stellten sich Bürgermeister Peter Buchner (ÖVP), Ex-VP-Gemeinderat Georg Kabas und Walter Klement vom Fußballverein, dem USC Wiesbauer Mauerbach, den Fragen des Publikums.

„Auswirkungen auf das Landschaftsbild vorhanden“

Im Zentrum der Informationsveranstaltung in der Schlossparkhalle stand der Vortrag von Landschaftsplaner Gerhard Prähofer, der die Eckpunkte der von seinem Büro ausgearbeiteten Naturverträglichkeitserklärung präsentierte. Auf Basis dieser Erklärung hatte die Bezirksbehörde den Bau des Sportplatzes auf der Feldwiese diesen Juni als ökologisch unbedenklich eingestuft.

„Auf der Grundlage des Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000 gibt es keine wesentlichen Auswirkungen auf den Naturschutz und geringfügige Auswirkungen auf den Artenschutz, die aber durch ausgleichende Maßnahmen wie die Pflanzung neuer Hecken abgefedert werden können“, resümierte Prähofer. Darüber hinaus würden die Gehölzbestände, die entfernt werden, bei der Neubepflanzung verdreifacht, sagte Prähofer.

Auch Bedenken, dass die Apfelallee zerstört werde, zerstreute der Landschaftsplaner: „Die Allee soll erhalten bleiben, neue Bäume werden hinzukommen.“ In Summe seien jedoch „Auswirkungen auf das Landschaftsbild vorhanden“, räumte Prähofer ein.

Kaufanbot für alten Sportplatz liegt vor

Nach VP-Vorstellungen ist die Verbauung eines 7,3 Hektar großen Bereichs der 15,2 Hektar großen Feldwiese geplant. Das Bauprojekt sieht ein Hauptspielfeld, einen Trainingsplatz und ein Jugendtrainingsfeld vor. Dazu kommen ein Vereinshaus, ein Garderobengebäude und Parkplätze für die Vereinsfunktionäre.

Die bereits bestehende Tennisanlage soll um zwei neue Plätze erweitert und der Spielplatz auf den Standort des heutigen Parkplatzes verlegt werden. Neue Parkflächen sollen entlang der Bäckerstraße entstehen. Zusätzlich soll der Parkplatz beim Friedhof genützt werden. Auch drei Lärmschutzwälle sind vorgesehen.

Die Finanzierbarkeit des rund 2,5 Millionen teuren Projekts wurde mit der auf einem Transparent formulierten Frage „Burgamasta, wia wülst des ois finanziern“ publikumswirksam auf das Podium getragen. Bürgermeister Peter Buchner zog dabei ein Ass aus dem Ärmel, und stellte Anton Bosch von der Wohnungseigentumsgesellschaft Aura und der gemeinnützigen Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft Atlas als Kaufinteressent für das alte Sportplatzareal vor.

„Es wird eine Feldwiese für alle“

Bosch habe bereits ein verbindliches Angebot in der Höhe von 2,4 Millionen Euro gelegt, erklärte Buchner. Bosch stellte seine Pläne für das Areal vor, auf dem ein neunzig Wohneinheiten umfassendes Wohnbauprojekt entstehen soll. „Diese Wohnungen sollen auch leistbar sein“, sagte Bosch. „Die Spazierwege bleiben erhalten. Es wird eine Feldwiese für alle“, jubelte Buchner am Ende der Präsentation.

Die Kritiker des Baus, die inzwischen 1.100 Unterschriften gegen die Verbauung der Feldwiese gesammelt haben, drohten streckenweise inmitten des Gejohles der Anhänger des Projekts zwar fast unterzugehen, wollen sich aber noch lange nicht geschlagen geben.

Hedwig Fritz, Sprecherin der Bürgerinitiative „Rettet die Feldwiese“, strebt eine Bürgerbefragung an. Bürgermeister Peter Buchner signalisierte, einer Befragung offen gegenüberzustehen.


Bürgerbefragung gefordert

„Rettet die Feldwiese“ will Befragung per Initiativantrag in Gemeinderat einbringen.

NÖN: 1.100 Menschen haben gegen die Verbauung der Feldwiese unterschrieben. Warum haben Sie die Unterschriften noch nicht übergeben?
Hedwig Fritz: Schon 2011 haben wir dem damaligen Bürgermeister Gottfried Jelinek eine Unterschriftenliste mit einer Petition übergeben. Das Ganze ist dann in einer Schublade verschwunden, und wir haben nie wieder etwas davon gehört. Das bringt nichts.

Derzeit sammeln Sie Unterschriften, damit eine Bürgerbefragung im Gemeinderat behandelt wird. Warum halten Sie eine Befragung für den besten Weg?
Fritz: Wir glauben an einen demokratischen Prozess und daran, dass man dieses Ergebnis anerkennen muss.

Wieviele Unterschriften sind für einen Initiativantrag notwendig?
Fritz: Zehn Prozent der zur letzten Gemeinderatswahl Wahlberechtigten, also rund 381 Unterschriften. Wir haben in zwei Tagen bereits 500 Unterschriften gesammelt. Eine Abstimmung ist laut niederösterreichischer Gemeindeordnung nicht mehr notwendig. Die Bürgerbefragung muss dann vom Gemeinderat angeordnet werden.