Steinzeitliche Funde. Archäologie / Ein Mitarbeiter von Archäologie Service (AS) fand auf dem Gipfel des Purkersdorfer Georgenberges neolithische Scherben.

Von Burkhard Weigl. Erstellt am 10. Juli 2014 (08:46)
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Wahrscheinlich waren es Wildschweine, die am Gipfel des Georgenberges den Boden aufgewühlt haben, vermutet Robert Pauker. Dabei kamen etliche Scherben zutage, die dem geschulten Auge des langjährigen Archäologie-Mitarbeiters sofort aufgefallen sind.

Nach einer ersten Durchsicht soll es sich bei den Fundstücken zu 80 Prozent um neolithische Scherben handeln. Auch bronzezeitliche Stücke könnten darunter sein, jedoch keine keltischen Artefakte, wie früher oft vermutet wurde.

Offizielles Interesse bisher gering

Als Neolithikum (Jungsteinzeit) wird in Mitteleuropa die Zeit von 5.500 bis 2.200 vor Christus verstanden. Metall spielte in diesen bäuerlichen Kulturen noch keine große wirtschaftliche Rolle. Normalerweise wurden erst ab der Bronzezeit Festungen auf Berghöhen angelegt, weil sich diese besser verteidigen ließen. Die früher zu datierenden steinzeitlichen Funde geben daher Rätsel auf.

Obwohl wissenschaftliche Stellen und auch das Bundesdenkmalamt nicht erst einmal über Funde am Georgenberg informiert wurden, war das offizielle Interesse bisher gering.

Eine Lehrgrabung der Universität Wien kam aus Kapazitätsgründen nicht zustande, berichtete Vizebürgermeister Christian Matzka der NÖN im November 2011. In der Zwischenzeit haben nicht nur Wildschweine, sondern auch Forstarbeiter den historischen Boden mit schwerem Gerät weiter beackert.