Purkersdorfer Familienfeier mit Fäusten & Feitl

29-Jähriger und Schwager gerieten in Purkersdorf in Streit. Vor Gericht ging es glimpflich aus.

Erstellt am 16. Oktober 2021 | 05:07
Gericht Prozess Hintergrund Symbolbild
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Foto: NP27/Shutterstock.com

Es hätte ein gemütlicher Grillnachmittag mit der Familie in Purkersdorf werden sollen. Doch der Tag im Juli endete mit Beschimpfungen, einem Klappmesser und Handgreiflichkeiten zwischen einem 29-Jährigen und seinem Schwager sowie einer Anzeige wegen gefährlicher Drohung und Körperverletzung.

Angeklagter: Habe nicht bedroht, sondern mich nur gewehrt

Vorausgegangen war dem Ganzen ein Zwischenfall mit dem Hund des Angeklagten. Das junge Tier war eine Nachbarin angesprungen, die den Hof durchquerte. Über die Methoden des 29-Jährigen, den Hund zu maßregeln, soll es dann einige Kommentare gegeben haben, woraufhin der Mann anfing zu schimpfen. Vor Gericht spricht er ruhig und nachvollziehbar, wenn auch sehr aufgeregt und entschuldigt sich für seine Worte.

Laut ihm, soll sich sein Schwager durch sein Schimpfen angegriffen gefühlt haben und sei mit rotem Kopf und geballten Fäusten auf ihn zugegangen. Er habe Angst gehabt, dass der Schwager ihn schlagen könnte und deswegen zur Abschreckung ein Klappmesser gezogen. Er habe das Messer aber gleich wieder weggesteckt und den Schwager mit den Händen gepackt und von sich weggestoßen. Dabei fügte er dem anderen einige Schürfwunden an Hals, Gesicht und Handgelenk zu.

Dafür übernimmt er die Verantwortung, er habe ihn aber nicht bedroht, sondern sich nur gewehrt. Der Schwager aber erzählt, er habe den anderen keineswegs schlagen wollen, sondern sei wütend auf ihn zugegangen, um die Sache verbal zu klären. Seit dem Vorfall hätten sie keinen Kontakt mehr gehabt, die Situation in der Familie sei angespannt.

Irgendwann unterbricht die Richterin die Befragung, schaut den Angeklagten an, dann seinen Schwager und macht ihnen ein Angebot: keine Verurteilung, wenn sie einem Tatausgleich zustimmen. Dabei geht es darum, sich gemeinsam mit dem Verein Neustart zu einem klärenden Gespräch zusammenzusetzen und über die Geschehnisse zu sprechen, „damit man sich wieder in die Augen schauen kann, wenn man sich sieht“. Wenn das funktioniert, wird das Verfahren eingestellt. „Liebend gerne“, so der Angeklagte. „Definitiv einverstanden“, sagt sein Schwager. Auch die Staatsanwaltschaft stimmt zu. Die Beteiligten sind sichtlich erleichtert.