Streit zwischen Nachbarn um Zaun. Nachbarschaftsstreit / Ein Streit um einen Zaun, Sträucher und eine Holzhütte beschäftigt die Stadtgemeinde und auch die Gerichte.

Erstellt am 04. September 2013 (00:00)
Dieser Zaun ist der Streitpunkt zwischen zwei Nachbarn. Sowohl die Stadtgemeinde als auch das Gericht sind damit befasst. Trenker
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Von Marlene Trenker

Seit einigen Jahren beschäftigt ein Streit zwischen zwei Nachbarn in der Franz Steinergasse die Gerichte. Stein des Anstoßes sind die Bäume von Gerda Zinniel, die, so Zinniel, ihrem Nachbarn Wilhelm Kottnig zu hoch seien und ihm Sonnenlicht nähmen.

Ein weiterer Streitpunkt: Zinniels Pflanzen und Sträucher sind durch den Maschendrahtzaun auf die andere Seite uim Nachbarn gewachsen.

2012 wurde das Gericht eingeschaltet

„Ich erhielt am 13. September 2012 ein Schreiben von Frau Zinniel, in dem sie sich aufgeregt hat, dass ich ihre Bäume und Sträucher geschnitten habe, obwohl diese auf meine Seite ragten“, sagt Kottnig. Im Zuge dieser Auseinandersetzung wurde das Gericht eingeschaltet. In weiterer Folge kam es zu einem Vergleich zwischen den beiden Parteien. Gerda Zinniel hatte angeboten, dass ihre Pflanzen entfernt werden könnten, jedoch müsse „Wilhelm Kottnig, die Kosten dafür tragen und neue Pflanzen setzen“, sagt Zinniel. Dazu sagt Wilhelm Kottnig: „Ich habe angeboten, den Zaun wiederherzustellen.“

Ursprünglichen Zustand wiederherstellen

Dieser Zaun ist der aktuelle Streitpunkt. Gerda Zinniel hatte einen Maschendrahtzaun, der 1,50 Meter hoch war. Als Wilhelm Kottnig sein Haus bezog, wurde eine Garage dazugebaut. Dabei wurde Zinniels Zaun beschädigt. Den beschädigten Teil des Zauns hat Kottnig neu aufgestellt. „Damit war Frau Zinniel zufrieden und ich habe jahrelang nichts von ihr gehört, dann kam eben dieses Schreiben vom 13. September“, erinnert sich Kottnig. Zudem heißt es in dem Schreiben, der Zaun von Frau Zinniel sei unerlaubt entfernt und durch einen neuen, niedrigen Zaun ersetzt worden. Es erging die Aufforderung an Wilhelm Kottnig, den ursprünglichen Zustand binnen 14 Tagen wiederherzustellen.

Zaun zugestimmt  oder nicht?

Zinniel behauptet, dass ihr Zaun einfach entfernt wurde, ohne sie zu informieren. Kottnig behauptet, zuvor mit einem Prospekt zu seiner Nachbarin gekommen zu sein, in dem genau abgebildet war, wie der neue Zaun aussehen sollte und welche Höhe er hätte, nämlich 1,60 Meter.

„Sie hat den Prospekt gesehen und dem Zaun dieser Art zugestimmt“, so Kottnig. „Außerdem habe ich ihr gesagt, dass ich den neuen Zaun auch auf meine Seite setzen kann, damit sie ihn nicht auf ihrer Mauer hat. Sie hat mir jedoch geantwortet, dass ein doppelter Zaun nicht nötig sei und mir die Zustimmung zur Errichtung des Zaunes gegeben“, fügt er hinzu.

Streitpunkt ist die Höhe des Zauns

Laut Zinniel wurde ihr Zaun jedoch widerrechtlich entfernt und ein neuer ohne ihre Zustimmung aufgestellt. „Es gibt ein Einspruchsrecht von einem Monat. Wenn bis dahin kein Einspruch erhoben wird, geht der Zaun in den anderen Besitz über“, sagt Zinniel.

Der weitere Streitpunkt ist zudem die Höhe des Zauns. Zinniel behauptet, dass er zu hoch sei. Die Stadtgemeinde Purkersdorf informiert dazu, dass „… Mauern und Einfriedungen bis zu einer Höhe von drei Metern erlaubt sind“.

Weitere Gerichtsverhandlungen kommen

Die Gesamthöhe von Sockel plus Zaun ergibt ca. 2,30 Meter. Zusätzlich geht es in dem Konflikt auch um eine Holzhütte, die laut Zinniel nicht genügend Abstand zu ihrer Grundstücksgrenze hätte. Kottnig sagt: „Ich habe die Holzhütte noch einmal von einem Ziviltechniker prüfen lassen, der mir bescheinigt hat, dass sich die Hütte als Nebengebäude an der Grundstücksgrenze befinden darf.“

Weitere Gerichtsverhandlungen stehen bevor. Die nächste im November, bei der der ORF für die Sendung „Am Schauplatz Gericht “ filmen wird.