Bundesforste und Biosphärenpark starten Initiative. Die Bundesforste und der Biosphärenpark starten Initiative für Kulturlandschaften. An drei Tagen im Jahr soll Tier- und Pflanzenwelt beobachtet werden.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 26. Februar 2020 (03:52)
Besondere Pflanzen und seltene Tiere kann man auf den Streuobstwiesen in der Region beobachten.
ÖBf-Archiv/Franz-Josef Kovacs

„Ein Fernglas ist von Vorteil, wenn man als Laienforscher Streuobstwiesen beobachten will“, meint Andrea Kaltenegger von den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf), die in Zusammenarbeit mit dem Biosphärenpark Wienerwald Manangement ein neues Citizen-Science-Projekt ins Leben gerufen haben. „Wir laden alle naturbegeisterten Menschen sehr herzlich ein, mit uns die artenreiche Tierwelt auf Streuobstwiesen zu erforschen“, fordert ÖBf-Projektleiter Gernot Waiss zum Mitmachen auf.

Wichtig ist Interesse an der Tierwelt und der Tierbeobachtung sowie ausreichend Zeit und Geduld, ergänzt Kaltenegger: „Die Artenkenntnis muss nicht groß sein, die ausgewählten Arten sind zum Großteil unverwechselbar, oder leicht bestimmbar.“

Die Laienforscher werden an drei Tagen im Jahr zu unterschiedlichen Jahreszeiten auf ihrer ‚eigenen‘ Streuobstwiese unterwegs sein und nach typischen Arten wie Segelfalter, Steinkauz oder Wiedehopf Ausschau halten. Ziel ist es, anhand einer Artenliste gemeinsam die Vielfalt der für Streuobstwiesen typischen Fauna zu dokumentieren und daraus Rückschlüsse auf den Zustand des Ökosystems zu ziehen. Aufbauend auf dieser Datenbasis werden bei Bedarf lebensraumverbessernde Maßnahmen für Streuobstwiesen entwickelt.

Kein Chemie-Einsatz auf Streuobstwiesen

Alte Bäume sollen zum Beispiel erhalten und nicht entfernt werden, außerdem könnten Zeitpunkte und Häufigkeit der Mahd angepasst werden. Durch das Belassen von Pflanzen kann die Strukturvielfalt erhöht werden. Auf Pflanzenschutzmittel und Chemieeinsatz soll verzichtet werden. Eine Maßnahme könnte auch das Freistellen von bereits zugewachsenen Obstwiesen sein.

Die Bundesforste betreuen im Wienerwald über 40 Streuobstwiesen, auf denen in den vergangenen zehn Jahren rund 1.000 neue Obstbäume alter Sorten gepflanzt wurden. Diese werden regelmäßig gepflegt und gegen Wildverbiss geschützt. Mit mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten zählen Streuobstwiesen zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. „Im Raum Purkersdorf gibt es beispielsweise die Feihlerhöhe, wo auf Gemeindeflächen mit Bundesforste-Unterstützung junge Bäume für eine Streuobstwiese gepflanzt wurden“, informiert Kaltenegger.

Neben Obstbäumen wie Apfel- und Birnbäumen, aber auch Kirsch-, Zwetschken- und Walnussbäumen und seltenen Mispeln finden sich zahlreiche Tier- und Pflanzenarten auf Streuobstwiesen. Die seltenen Wildbienen und Hummeln beispielsweise genießen Pollen und Nektar der blühenden Bäume. Siebenschläfer oder Steinkauz nutzen die Höhlen in alten, knorrigen Obstbäume, um zu brüten und ihre Jungen aufzuziehen. Außerdem tummeln sich Schmetterlinge sowie Baummarder, Igel, Kirschenprachtkäfer, Sumpfmeise und viele mehr.

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