Pflege statt Kochtopf für Kaninchen. Kaninchen, die keiner will, finden bei Silvia Smetana ein neues Zuhause. Angefangen hat alles mit der kleinen „Lilly“.

Von Magdalena Pichler und Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 24. Dezember 2017 (05:45)
Die Kaninchen finden bei Silvia Smetana Geborgenheit.
NOEN, Smetana

Herzzerreißend ruft die Tochter von Sylvia Smetana ihre Mutter an: „Mama, wollen wir ein Kaninchen?“ Die Antwort der Gablitzerin fällt zunächst knapp aus: „Nein.“ Die Tochter ließ nicht locker: „Aber dann wird es geschlachtet und gegessen.“ Smetana sagte dann ohne zu zögern: „Ja, wir wollen ein Kaninchen.“ Dies war der Beginn einer besonderen Beziehung zu den Nagern.

So kam „Lilly“, die Smetana als „Sonnenschein“ bezeichnet, ins Haus. Sie hatte nur drei funktionierende Beinchen und war damit ein Pflegefall. „Lilly war zwar sehr pflegeintensiv, aber so was von süß und geduldig, das glaubt man kaum“, schildert Smetana. Sie verbrachte jeden Tag vier bis fünf Stunden mit der Pflege. „Tägliches Duschen und Föhnen sowie Wundversorgung war für mich ganz normal“, so Smetana.

Nach circa drei Monaten habe sie einen Anruf vom SeneCura Purkersdorf bekommen, die auch zwei Kaninchen abgeben mussten. Rambo und Fini haben sich sofort mit Lilly verstanden. Diese war trotz ihrer Behinderung flott unterwegs und buddelte Gänge und Gruben im Garten. Ihr Glück war nur von kurzer Dauer, da sie plötzlich an einem Schlaganfall verstarb.

„Jeder hat das Recht auf ein schönes Leben“

Dies tat der Liebe zu den Kaninchen aber keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Smetana nahm immer wieder Kaninchen auf, die keiner mehr haben wollte, oder die nicht vermittelbar waren.

„Behinderte Tiere mag nicht jeder, doch auch diese Geschöpfe haben ein Recht auf ein schönes Leben. Es kommt so viel Liebe und Dankbarkeit von diesen Tierchen zurück, es ist so wunderbar“, sagt Kaninchen-Mama Smetana.