Gablitzer Ortshistorie wird digitalisiert. Heimatmuseum-Team sammelt alte Fotos und Ansichtskarten. Online-Archiv ist seit Dienstag verfügbar.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 01. April 2021 (03:16)
Museumsleiterin Renate Grimmlinger, Florian Schober und Angelika Haunschmidt werden die Topothek betreuen.
Gerhard Glazmaier, Gerhard Glazmaier

Über 3.000 Mal hat Florian Schober zwischen der Anton-Hagl-Gasse und der Ziehrergasse auf den Auslöser seiner Kamera gedrückt. Der Gablitzer dokumentierte, wie das Ortsbild derzeit aussieht. Alle Fotos sollen früher oder später in das neue Digital-Archiv von Gablitz, in die sogenannte „Topothek“ wandern. „Die Fotos sind vielleicht jetzt noch nicht interessant, in 40 oder 50 Jahren aber schon“, ist Schober überzeugt.

Vergangenen Dienstag wurde die Gablitzer Topothek mit einer Zoom-Veranstaltung online vorgestellt. In diesem Archiv sollen vor allem alte Ansichten von Straßenzügen und Häusern digital verewigt werden, dabei baut man auch auf die Mithilfe der Bevölkerung. „Private Fotos werden eingescannt und anschließend wieder zurückgegeben“, so Schober. Rund 500 alte Bilder wurden beim Freischalten der Topothek für die Öffentlichkeit verfügbar. Die Aufnahmen stammen aus dem Archiv des Heimatmuseums, von Hannah Brand und Gerhard Glazmaier sowie von Privatpersonen.

„Private Fotos werden eingescannt und anschließend wieder zurückgegeben“,

Seit Anfang des Jahres wurden die Fotos eingescannt und mit Hinweisen, wie zum Beispiel der Jahreszahl, versehen. Verantwortlich für die Topothek sind Schober, Angelika Haunschmidt und Renate Grimmlinger. Die Leiterin des Heimatmuseums war es auch, die sich stets dafür eingesetzt hat, dass Gablitz eine Topothek bekommt. Sie war 2016 bei einer Info-Veranstaltung, und ihr gefiel auf Anhieb das Konzept von Alexander Schatek, der als Initiator der Topotheken gilt. „Nur hatten wir bisher nicht die personellen und finanziellen Ressourcen, um das Projekt umzusetzen“, sagt Grimmlinger, die Haunschmidt und Schober ins Boot holte. „Florian hat sich gleich einen Scanner um 300 Euro gekauft und dem Heimatmuseum zur Verfügung gestellt. Das ist wirklich richtiges Engagement“, freut sich die Museumsleiterin.

Auch für Bürgermeister Michael Cech und Vize sowie Kulturreferentin Manuela Dundler-Strasser ist das neue Digital-Archiv, das im Gemeindevorstand einstimmig beschlossen wurde, eine Bereicherung. „Gablitz ist nicht nur eine moderne Gemeinde mit Zukunft. Gablitz ist auch eine Gemeinde mit interessanter Geschichte. Die Topothek lässt uns in die Geschichte blicken und wird zum wertvollen Archiv“, so Cech.

Wer Fotos oder Dokumente für die Topothek besitzt, kann sich bei Florian Schober ( 0664/594 5555) melden.