Michaela Dibl: „Hatte Tränen in den Augen“. Auszeichnung Michaela Dibl ist Ehrenbotschafterin des Jane Goodall Instituts.

Von Monika Närr. Erstellt am 21. September 2019 (03:59)
Daniela Matejschek
Michaela Dibl bekommt die Ehrenbotschaft von Jane Goodall verliehen (unten Mitte beim Dankeskuss).

Was haben Prinz Harry, Leonardo DiCaprio, Angelina Jolie und die Tullnerbacherin Michaela Dibl gemeinsam? Richtig – sie alle sind Ehrenbotschafter des Jane Goodall Instituts. Mit individuellen und speziellen Projekten unterstützen sie das Lebenswerk der UN-Friedensbotschafterin und Umweltaktivistin, die vergangene Woche Österreich besuchte und vom Bundespräsidenten das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse bekam.

NÖN: Sie wurden vergangene Woche zur Jane Goodall Ehrenbotschafterin ernannt. Was war das für ein Gefühl?
Michaela Dibl: Ich war sehr berührt als ich neben Jane stand. Sogar im Live-Stream konnte man sehen, dass ich Tränen in den Augen hatte.

Wie begann Ihre Zusammenarbeit mit Jane Goodall?
Mit meiner Werbe- und Grafikagentur betreue ich seit fünf Jahren das Jane Goodall Institut Austria (JGI-A) als ehrenamtliches Sozialprojekt. Gemeinsam mit meiner Freundin und Geschäftsführerin Doris Schreyvogel erarbeiten wir Kampagnen wie etwa die laufende „Be Jane“. Darüber hinaus mache ich für alles, was sie brauchen, das Grafikdesign.

Was führte dann zur Vertiefung Ihrer Kooperation mit dem JGI-A?
Ich wollte etwas für Kinder machen und war 2015 das erste Mal in Uganda für das Projekt „Batwa – Hope for Children“. Die Batwa sind ein Pygmäen-Stamm im Grenzgebiet von Kongo – Uganda – Ruanda. Für einige ihrer Kinder haben wir eine Heim- und Ausbildungsstätte geschaffen. Ich war erster Voluntär des Projekts und bisher zweimal für einige Wochen und auf eigene Kosten vor Ort. Das Projekt ist das erste Kinderprojekt Österreichs.

NOEN
Die Tullnerbacher Gemeinderätin hat sich in den Kontinent Afrika verliebt. Hier steht sie am Ufer des Weißen Nils in Uganda.

Wie wurden die Kinder für Ihr Schulprojekt ausgewählt?
Im Vorlauf wurden die Kinder von den Dorfältesten gemeinsam mit dem Gründer und JGI-A – Vorstand Walter Inmann ausgewählt. Walter war vor mehr als 20 Jahren auch Gründer des JGI-A.

Was war das Beeindruckende an Ihrem ersten Aufenthalt?
Zuerst war ich mit Vorbereitungsarbeiten im bereitgestellten Wohnhaus eingedeckt, habe Installateure, Tischler und andere Handwerker überwacht. Hier kam mir meine technische Ausbildung an einer HTL sehr zugute. Dann haben wir die ausgewählten Kinder abgeholt. Das war ein Hallo!

Wie haben sich dann die ersten Tagen mit den Kindern abgespielt?
Die Kinder waren nach unseren Kriterien zum Teil in einem eher verwahrlosten Zustand. Sie mussten erst lernen, was ein WC ist oder wie man richtig Zähne putzt. Und ich habe viele ihrer kleineren Hautkrankheiten behandelt und versorgt. Insgesamt ist die Eingewöhnungsphase aber wirklich gut gelaufen.

Was war das Spannende an Ihrem zweiten Aufenthalt?
Im halben Jahr zwischen meinen Reisen 2015 und 2016 haben sich die Kinder eingewöhnt und erst einmal Nachhilfe bekommen für eine gewisse Vorbildung. Ich habe dann das Thema Einschulung betreut. Die zwölf Fünf- bis Elfjährigen gehen in eine Ein-Klassen-Schule. Ich habe viel mit den Lehrern korrespondiert und die Ausbildungsrichtlinien mit verhandelt. Die Klasse wurde in einer öffentlichen Schule eingerichtet, nur einen Fußmarsch von 15 Minuten entfernt.

Wissen Sie, wie sich die Kinder seither entwickelt haben?
Sehr gut, eigentlich super. Es ist geplant, dass sie bis zum Schulabschluss vom JGI-A betreut und finanziert werden. In Uganda gibt es das englische Schulsystem, die Kinder absolvieren also Primary- und Secondary School.

Wo kann man sich informieren, wenn man mehr zu den Projekten des JGI-A erfahren oder sich aktiv engagieren möchte?
Unter www.bejane.at gibt es weitere Informationen und Einblicke in die vielfältigen Projekte. Hier kann man selbst zu der Veränderung werden, die man sich für unsere Welt wünscht.

Sie engagieren sich ja auch in ihrer Heimatgemeinde Tullnerbach…
 … ja, ich bin seit 2010 Gemeinderätin und sitze auch hier im Bauausschuss. Graphische Tätigkeiten und Arbeiten mache ich sowohl für die Liste Novomestsky als auch die Gemeinde gesamt, zum Beispiel die Plakate und Folder für unser Oktoberfest, das Künstlerwochenende „Kreatives Tullnerbach“ oder den Adventmarkt.

Ihre Agentur heißt Einfallsreich. Für wen entwickeln sie Ihre Ideen? 
Ich erarbeite Ideen und bin ganzheitliche Kundenbetreuerin für kleine und mittlere Unternehmen ebenso wie für Konzerne.

Was lieben Sie in ihrer Freizeit besonders?
Laufen, Wandern, Lesen und wenn ich in Afrika bin, Offroad fahren mit dem Land Rover. Privat bin ich besonders gerne in Namibia und Südafrika.