Otto Marks: Oxford als Tor zur Zukunft. Tullnerbach/Pressbaum: Otto Marks widmet sich künftig an der Universität Oxford Englischer Literatur. Seine ehemaligen Lehrer im Wienerwaldgymnasium beschreiben ihn als „Ausnahmeschüler“.

Von Monika Närr. Erstellt am 05. März 2021 (03:37)
Der künftige Literatur-Student in Oxford, Otto Marks, ist seit klein auf von Büchern umgeben. Schon seit seiner Volksschulzeit schreibt er selbst unterschiedliche literarische Stücke auf Englisch und Deutsch, hier macht er es sich in der elterlichen Bibliothek am Lastberg gemütlich.
Monika Närr

Er verbachte seine Kindheit in Neuseeland, zog mit zwölf Jahren auf den Pressbaumer Lastberg und besuchte ab dann das Wienerwaldgymnasium. Dort maturierte der heute 18-jährige Otto Marks mit Auszeichnung, kürzlich schaffte er die Aufnahmeprüfung an die englische Elite-Universität Oxford. Als einer von nur 17 Prozent aller Bewerber wurde er nach einem arbeitsintensiven, ausschließlich elektronischen Aufnahmeverfahren in das renommierte Trinity-College aufgenommen. Dort wird er sich ab Herbst in Englisch und Englische Literatur vertiefen.

„Otto Marks hat in den Jahren an unserer Schule seine Begabung und sein Interesse an Literatur gezeigt. Neben seinem positiven Zugang zu Bildung hat er die Fördermöglichkeiten genutzt und war stets im Austausch mit seinen Lehrern, um sich über den Unterricht hinausgehend mit Themen der Lyrik vor allem in Deutsch und Englisch zu beschäftigen“, berichtet Karina Bruckner, Direktorin des Wienerwaldgymnasiums, die ihrem ehemaligen, zweisprachig aufgewachsenen Schützling viel Erfolg wünscht.

„Otto Marks ist ein Ausnahmeschüler“

Und sein Deutschlehrer und Klassenvorstand Robin Hauenstein ergänzt: „Toll, dass er es nach Oxford geschafft hat. Er ist ein Ausnahmeschüler, es ist besonders, so jemanden zu unterrichten. Ich verfolge, was er literarisch und musikalisch privat macht. Er hat hervorragende Texte geschrieben und auch an Literaturbewerben teilgenommen. Er zeigte, was er an Wissen hat und kann viele Dinge verknüpfen. Davon hat sicher auch seine Klasse profitiert.“ Auch Otto Marks selbst ist „sehr dankbar für das unterstützende Schulklima am Wienerwaldgymnasium, wodurch das alles ermöglicht wurde.“ Besonders schätzt er auch den Freiraum, der ihm immer von seinem Deutschlehrer gegeben wurde.

Jetzt hoffen alle gemeinsam, dass die Chance auf Oxford durch den Brexit erhalten bleibt, was nicht zuletzt von einem Stipendium abhängt: „Ich bewerbe mich nun um ein Landesstipendium, das für Bachelor-Studenten an Elite-Unis seitens Niederösterreich vergeben wird“, so Marks. Denn durch den Brexit wurden die Studiengebühren für EU-Studenten über Nacht um das Dreifache erhöht, und auch die sehr günstigen Studenten-Kredite gelten für diese nicht mehr. Dennoch ist er überzeugt: „Dieses Studium wird mir Tore öffnen.“

„Ich fühle mich auch in England sehr zu Hause. Ich war in den Sommern immer in London, ich spüre meine englischen Wurzeln.“ Otto Marks

Schon in der Volksschule begann Marks, kleine Geschichten und Gedichte zu schreiben, bald folgte ein Roman. Meist schrieb er auf Englisch, manchmal auch auf Deutsch. „Mit acht Jahren wollte ich Journalist werden“, schmunzelt der Jungliterat, der gegenwärtig an einem Roman mit dem Arbeitstitel „Ladder Song“ schreibt. Weiters komponiert er in seiner Freizeit unter seinem musikalischen Künstlernamen Anzac Park alternative Pop-Musik.

„Die Literaturwettbewerbe, an denen ich bis jetzt erfolgreich teilgenommen habe, sind der Art.experience Wettbewerb in Baden, der Texte.Wien Wettbewerb und dann meine Listung für den britischen Erbacce-Prize for Poetry 2020“, erzählt Marks, der übergangsmäßig Kunstgeschichte an der Universität Wien studiert. Hier kam er, bei mehr als 10.000 Bewerbern, mit einer Gedichtesammlung auf die Short List der besten Fünfzig.

Geprägt durch den wissenschaftlich orientierten Vater, der mit britischem, irischem und neuseeländischem Pass als Facharzt für Psychiatrie tätig war und seine österreichische Mutter, die als Hebamme nach Neuseeland ausgewandert war, fand er sich als Zehnjähriger gut in Österreich zurecht. Nach der Pensionierung des Vaters wählten die Eltern Österreich als Lebensmittelpunkt, vor allem, da die Schulbildung hier besser als in Neuseeland ist. Otto Marks ist dankbar für diese Vorteile, dennoch vermisst er Neuseeland sehr: „Dort ist alles ruhiger, unaufgeregter, entspannter.“

„Und“, führt er weiter aus, „ich fühle mich auch in England sehr zu Hause. Ich war in den Sommern immer in London, ich mag den Regen dort, ich spüre meine englischen Wurzeln.“

Spannend ist auch, dass seine Urgroßmutter 1905 als erste Frau in Oxford in Englisch und Philosophie graduierte.

Beste Voraussetzungen und Vorzeichen also, um hier die prägenden Studentenjahre zu verbringen.