Zahlt Gemeinde zu viel für Postpartner?. Christian Schwarz (ÖVP) kritisiert die Kosten für den Postpartner, denn dieser könne auch gewinnbringend geführt werden.

Von Marlene Trenker. Erstellt am 22. Juli 2017 (10:39)
Christian Schwarz ist nicht klar, warum die Kosten für die Gemeinde so hoch sind.
NOEN

In der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause wurde beschlossen, dass die Gemeinde den Postpartner übernimmt. Von der ÖVP kam Kritik bezüglich der Kosten.

Bürgermeister Johann Novomestsky: „Wir haben den Postpartner gerade erst übernommen. In sechs Monaten werden wir uns mal ansehen, welche Kosten wirklich entstanden sind.“ Der Bürgermeister verweist außerdem darauf, dass der Postpartner einen Service am Bürger bedeutet. „Pro Einwohner entstehen Kosten von ungefähr drei Euro“, gibt Bürgermeister Novomestsky an.

Novomestsky verweist außerdem auf den Zeitdruck. „Es musste alles sehr schnell gehen, da sonst die Post für immer weg gewesen wäre. Wir konnten den Mietzins um 50 Euro senken, haben also gut verhandelt“, so Novomestsky.

Der Bürgermeister weist ebenso darauf hin, dass die Kritik erst in der Gemeinderatssitzung aufgetaucht ist. „Wir haben zuvor alle geschäftsführenden Gemeinderäte informiert. Es kamen keine Rückmeldungen“, sagt Bürgermeister Johann Novomestsky.

„Ich wüsste nicht, wann wir informiert worden wären“, entgegnet Christian Schwarz. Zuvor gab es immer nur Gerüchte: „Es hat geheißen, dass der Postpartner komplett zusperrt. Dann hieß es, die Gemeinde übernimmt ihn. Es waren aber alles immer nur Gerüchte“, so Schwarz.

Wolfsgraben hat gewinnbringend geführt

Christian Schwarz verweist auf den Postpartner in Wolfsgraben, der von der Gemeinde gewinnbringend geführt wurde. „Es ist offenbar möglich. Warum haben wir dann so ein großes Defizit?“, fragt sich Schwarz. Er kritisiert zudem die Hektik vor der Übernahme. „Wir haben bei der Gemeinderatssitzung nicht mal eine Kopie des aktuellen Vertrages gehabt“, ärgert sich Schwarz. Nun gilt es aber weiter in die Zukunft zu sehen: „Die regierenden Parteien haben es so beschlossen. Wir als ÖVP werden nun auf die Wirtschaftlichkeit achten“, sagt Schwarz.

Christian Schwarz verweist ebenfalls auf die letzwöchige NÖN-Umfrage. 73,3 Prozent der Teilnehmer fanden, dass es nicht Aufgabe der Kommune sei, einen Postpartner zu führen. Er spricht sich zwar grundsätzlich für den Service am Bürger aus, verweist jedoch abermals darauf, dass dies auch kostengünstiger gehen könnte.