Zwist um Kindergarten. Gemeindeamt und Norbertinum standen als Standort zur Debatte in der Sitzung des Gemeinderates. Verbesserung des Verkehrsproblems durch Ausschwenkung der Tunnelröhre.

Von Marlene Trenker. Erstellt am 28. März 2018 (05:05)
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Die Pläne für das Grundstück neben dem Gemeindeamt werden immer konkreter. Es sollen an der Adresse Hauptstraße 47a zehn Wohnungen entstehen. Diese sind für junge Tullnerbacher gedacht, die ihren ersten eigenen Haushalt beziehen, oder Ältere, die einen größeren Haushalt nicht mehr alleine bewerkstelligen können. Außerdem soll in dem Gebäude ein zweiter Kindergarten untergebracht werden.

Plan  stößt bei der ÖVP nicht auf Anklang

„Wir sind dafür, dass Wohnungen gebaut werden. Für einen Kindergarten ist eine Adresse direkt neben der Hauptstraße aber der falsche Ort“, erklärt Christian Schwarz. Aus Sicht seiner Partei würden viele Argumente für einen anderen Standort sprechen. Die Außenspielfläche neben dem Gemeindeamt sei zu klein, die Lage an der stark befahrenen Hauptstraße nicht ideal und die Kosten für dann notwendige Hochwasserschutzmaßnahmen seien zu hoch.

„Wir hatten eine Kommission da und diese bestätigte uns, dass die Außenfläche ausreichend ist“, kontert Bürgermeister Johann Novomestsky. Zum anderen stehe auch noch die Architektenausschreibung aus. „Wir müssen uns erst die Planvorschläge ansehen, dann ist auch absehbar, wie viel Außenfläche wir wirklich realisieren können“, erklärt Novomestsky und fügt hinzu: „Wenn ein Terrassenbau entsteht, dann haben wir sogar mehr Platz, als vom Land NÖ vorgegeben wird.

Die ÖVP bittet seit zwei Jahren um eine Arbeitsgruppe, die sich mit diesem Thema intensiv beschäftigen soll. „Bisher wurde dies von der regierenden Koalition abgelehnt“, so Schwarz. Die ÖVP hat für den neuen Kindergarten eine Alternative parat, nämlich das Norbertinum.

Tunneleinfahrt ist ein Problem

Passend zum Thema ging es in der Gemeinderatssitzung auch um den Tunnel zum Norbertinum hinauf. Falls dort der neue Kindergarten entstünde, käme es zu einem höheren Verkehrsaufkommen. Das Thema ist jedenfalls nicht neu. Seit dem Ausbau des Schulzentrums 2010, ist die Tunneldurchfahrt unter der Westbahn bereits ein heiß diskutierter Punkt. Die ÖVP forderte eine neue Expertise und schlug gleichzeitig die Öffnung der zweiten Tunnelröhre vor.

Helmut Elsinger (Grüne) interessierte die weitere Vorgehensweise, falls die Expertise der ÖVP widersprechen sollte. „Fordern sie dann weiterhin die Öffnung der zweiten Tunnelröhre?“, fragte Elsinger. „Die Expertise des Verkehrgutachters besagt, dass der Tunnel lediglich nur noch eine geringe Mehrbelastung zulässt“, entgegnet Schwarz.

Die regierenden Parteien (Liste Novomestsky, Grüne, SPÖ) konzentrieren sich derzeit eher auf die Ausschwenkung der Tunneleinfahrt, um die Einsehbarkeit zu verbessern. Diese kostet 150.000 Euro. Die Öffnung der Tunnelröhre würde 400.000 Euro betragen. Nach Argumentation der ÖVP würde sich die Gemeinde die 150.000 Euro sparen, falls ein Verkehrsgutachten die zweite Tunnelröhre empfiehlt.

Der Beschluss für die Ausschwenkung der Tunneleinfahrt wurde mit den Stimmen der regierenden Mehrheit beschlossen.