Kiennast betreibt Gablitzer Tennishalle nun selbst. Nachdem der Vertrag ausgelaufen war, kümmert sich Erwin Kiennast selbst darum.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 25. September 2020 (03:38)
Erwin Kiennast und seine Wilma betreiben die Tennishalle selbst und freuen sich auf viele Spieler.
Kindler

„Tennis steht dem Leben so nahe. Du musst darauf reagieren, wie der andere spielt, durchhalten und das Beste geben. Dann kannst du auch, wenn du zwei Sätze hinten bist, das Spiel noch umdrehen“, sagt Erwin Kiennast. Der Gablitzer Komponist und Produzent spielt nicht nur leidenschaftlich gerne Klavier, auch das Tennisfieber hat ihn früh gepackt. Um sechs Uhr morgens stand er täglich mit seinem Vater auf dem Tennisplatz und spielte eine Stunde lang. Danach ging es rüber zum Klavier. „Die Schläger waren damals allerdings sehr fest und das gab Schwielen an den Händen, was fürs Instrument spielen nicht förderlich war. Also habe ich mich für irgendetwas entscheiden müssen.“

Erwin Kiennast in seiner Tennishalle.
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Tennis gehört aber nach wie vor zu seinem Leben, befindet sich doch ein überdachter sowie ein offener Tennisplatz bei seinem Haus. In den vergangenen Jahren war die Halle verpachtet, nachdem der Vertrag ausgelaufen war, betreibt sie Kiennast jetzt mit seiner Lebensgefährtin Wilma, die für die Organisation zuständig ist, wieder selbst. Kurse können bereits über eine App gebucht werden.

„Tennis steht dem Leben so nahe"

„Darin sieht man auch gleich, welche Stunden frei sind und kann sofort bezahlen“, informiert der Gablitzer. Vor Ort ist auch ein Trainer, der Kurse in englischer Sprache anbietet. Außerdem gibt es Late Night Specials ab 21 Uhr und Angebote von sechs bis neun Uhr früh mit Kaffee oder Energy Drink. Im Innenbereich soll für die Spieler außerdem eine Wohlfühlzone entstehen, dafür wird der bestehende Bereich in eine gemütliche Lounge umgewandelt. „Die Leute sollen nicht nur spielen und gleich wieder gehen“, meint Kiennast. Sein Ziel ist auch, dass der Tennisplatz und das ebenfalls im Haus untergebrachte Musikcenter zusammenwachsen. „Die Idee wäre Tennis und Musik miteinander zu verbinden. Es gibt viele Berührungspunkte“, sagt der Gablitzer. Musikseminare seien beispielsweise geplant.

Erbe wird weitergeführt

Die Tennishalle in Gablitz gibt es schon seit dem Jahr 1966. „Meine Eltern haben damals überlegt, ob sie es wagen sollen. 1,5 Millionen Schilling kostete die Umsetzung.“ Kiennasts Vater war als Jugendlicher Ballbub und ist so dem Tennis verfallen. „Von der Idee des Tennisplatzes hat mein Vater damals einen Freund erzählt – und gleich am nächsten Tag wurde alles unter Dach und Fach gebracht und die Bagger sind aufgefahren“, so Kiennast, der sich freut, dass er das Erbe weiterführen kann. Froh ist er auch, dass mit dem Tennisplatz „Leben in der Bude“ herrscht. „Von Alt bis Jung kommen die Spieler. Der älteste Spieler ist 96 Jahre alt und wir haben schon gesagt, dass wir den 100. Geburtstag auf dem Tennisplatz feiern werden“, schmunzelt der Gablitzer.