Helmut Tschellnigerzählt vom "Abenteuer Wüstenlauf". Der Purkersdorfer Helmut Tschellnig erzählt in seinem Buch „Lebe deinen Traum“ von seinen Abenteuern als Läufer in extremen Landschaften und vom Ankommen bei sich selbst.

Von Nadja Büchler. Erstellt am 19. November 2020 (03:50)
Helmut Tschellnig ist Abenteurer, Extremsportler, Schauspieler, Kabarettist sowie Buchautor und schreibt am zweiten Buch .
Markus Berg

Helmut Tschellnig ist Abenteurer, Extremsportler, Schauspieler, Kabarettist sowie Buchautor und schreibt am zweiten Buch. Berger
Markus

In Zeiten von „Social-“ oder besser gesagt „Physical-Distancing“ ist das Buch von Helmut Tschellnig der perfekte Lesestoff. Die Leser reisen mit ihm durch die Sahara, die größte Trockenwüste der Erde, die Wüste Namib, UNESCO-Welterbe und älteste Wüste der Welt, die Kalahari und die Atacama Wüste. Untermalt werden Tschellnigs Erzählungen von 120 Fotos.

Der 65-jährige Tschellnig ist erst mit 50 Jahren durch seinen älteren Bruder zum Laufen gekommen. Davor war er im Radsport aktiv. Zum 50er hat er sich das Nenngeld für den Start zum „Marathon des Sables“ - eine 237 Kilometer lange Strecke durch die marokkanische Sahara - gewunschen und auch geschenkt bekommen. Seitdem hat er einige Extrem-Wüsten-Läufe absolviert.

Heuer wollte Tschellnig am „Ultra Bolivien Rennen“ teilnehmen. Das Rennen wurde wegen der Pandemie abgesagt und wird erst wieder 2021 stattfinden. Die Anmeldung ist bereits fixiert und Tschellnig staunte nicht schlecht, als ihm die Startnummer 1 zugewiesen wurde. Mit dieser Nummer ins Rennen zu gehen ehrt ihn sichtlich.

Das Nenngeld für Laufveranstaltungen in extremer Umgebung ist recht hoch, da die Teilnehmer von medizinischem Personal per Pkw und Hubschrauber begleitet werden. Die Anzahl der Rennläufer ist mit etwa 300 Personen limitiert, geschlafen wird in Zeltlagern, und die Temperatur sinkt in der Nacht auf etwa null bis drei Grad – ein großer Unterschied zu den Tagestemperaturen von etwa 40 bis 45 Grad. Doch genau diese Witterung liegt Tschellnig besonders.

Lieblings-Wüste: Atacama

Seine Lieblings-Wüste ist die Atacama Wüste in Chile. Der beste Ort, um den Sternenhimmel zu beobachten. Die Luft ist hier besonders trocken und klar und Wolkenbildung gibt es hier nur sehr selten. Wegen der dünnen Besiedlung ist die „Lichtverschmutzung“ sehr gering.

Tschellnig erlebte wunderschöne Eindrücke in Verbindung mit Erklärungen einer Astronomin, die den im Sand liegenden Läufern das Sternenbild über ihren Köpfen näher brachte.

Eine Besonderheit von Tschellnigs sportlichen Berichten ist das Fehlen von Kilometer- und Zeitangaben. „Ich habe in meinem Leben schon bei so vielen Wettkämpfen mitgemacht, mir sind diese Angaben nicht mehr wichtig. Ich laufe so, wie ich mich fühle“, erklärt er seine Einstellung.

Einen wichtigen Verbündeten hat er in NÖN-Mitarbeiter Ernst Jauck gefunden. Der reisefreudige Jauck bucht nicht nur für gemeinsame private Reisen die Flugtickets, sondern springt auch für die Buchungen zu Tschellnigs sportlichen Abenteuern als privater Reisemanager ein.

Das Training für die Veranstaltung in Bolivien führt Tschellnig täglich in die Natur, und dort absolviert er Distanzen zwischen zehn und 30 Kilometern. Im Frühjahr gehts dann los mit den langen Trainingsstrecken.