Rettungsaktion für Bahnhofsgebäude

Die Grünen luden zum Kamingespräch anlässlich des Areals rund um den Bahnhof Unterpurkersdorf. Die Teilnehmer fordern jetzt in einem Brief die Erhaltung des Bahnhofsgebäudes.

Melanie Baumgartner
Melanie Baumgartner Erstellt am 17. Februar 2021 | 04:37
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Zahlreiche Purkersdorfer sprechen sich für die Erhaltung des Bahnhofsgebäudes aus. Ein Brief an Bürgermeister und Bundesdenkmalamt soll Abhilfe schaffen.
Foto: NÖN

Im Jänner präsentierten die ÖBB gemeinsam mit dem Purkersdorfer Architekturbüro Pfeil eine Studie für ein mögliches Stadtquartier am frei werdenden Bahnhofsareal Unterpurkersdorf. Eine Vision, die nicht die gesamte Bevölkerung Purkersdorfs vertritt. Aber auch der Bahnhof selbst sorgt für Gesprächsstoff. Um über die Pläne und Projekte rund um den Bahnhof Unterpurkersdorf zu diskutieren, luden die Grünen zu einem Kamingespräch.

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Ein Thema, das die Teilnehmer beschäftigt, ist die Zukunft des Bahnhofsgebäudes. „Beim Bahnhof selbst ist eigentlich schon viel passiert, wo wir nichts mehr machen können. Die Bauarbeiten haben begonnen, und wir denken, nicht unbedingt im Interesse der Bevölkerung“, leitet Stadträtin Sabina Kellner von den Grünen den virtuellen Diskussionsabend ein. „Jetzt stellt sich die Frage, was mit dem Bahnhofsgebäude passiert. Von vielen Seiten kam der Wunsch, dass es bleiben soll“, erläutert Kellner.

„Jetzt stellt sich die Frage, was mit dem Bahnhofsgebäude passiert. Von vielen Seiten kam der Wunsch, dass es bleiben soll“

Auch im Zuge der Diskussionsrunde wurde die Bedeutung des Bahnhofsgebäudes hervorgehoben. „Das Bahnhofsgebäude ist eines der letzten dieser Bauart, die es noch gibt. Das ist wert, erhalten zu werden“, heißt es hier etwa oder „auch aus ökonomischer Sicht spricht vieles dafür, das Gebäude zu erhalten. Bei einem Abriss entsteht etwa sehr viel Schutt.“

Auch Ideen über eine mögliche Nachnutzung sind gefallen. Die Purkersdorfer könnten sich hier etwa einen Bäcker, einen kleinen Nahversorger oder einen Gemeinschaftsraum für Jung und/oder Alt vorstellen. Um das Bahnhofsgebäude zu erhalten, möchte die Gruppe nun einen Brief sowohl an SPÖ-Bürgermeister Stefan Steinbichler, als auch ans Bundesdenkmalamt schicken.

„Das Bahnhofsgebäude ist eines der letzten dieser Bauart, die es noch gibt. Das ist wert, erhalten zu werden“

Laut Steinbichler sei das alte Bahnhofsgebäude aber nicht mehr erhaltenswert. „Man muss sich das Gebäude bautechnisch sowohl von außen als auch von innen anschauen. Es ist aber nicht mehr im Originalzustand“, so die Begründung des Stadtchefs. Und weiter: „Ich habe mir da wirklich Gedanken gemacht. Grundsätzlich stehe ich für den Erhalt alter Gebäude.“

Einen weiteren Diskussionspunkt lieferte die Nutzungsstudie für ein Stadtquartier am Areal Unterpurkersdorf. Dabei wird vor allem die Einbindung – oder besser gesagt Nicht-Einbindung – der Raumordnungsgruppe heftig kritisiert.

Laut Kellner soll es bereits im Sommer 2020 eine erste Nutzungsstudie gegeben haben, über die die Raumordnungsgruppe aber nicht informiert wurde. „Auch von dem Bebauungskonzept, das vom Architekturbüro Pfeil erstellt wurde, wusste die Projektgruppe nichts“, erklärt die Stadträtin.

„Man besetzt eine Raumordnungsgruppe mit Experten und dann nutzt man dieses Wissen nicht“, äußert auch Susanne Klinser, Fraktionssprecherin der Grünen, ihre Vorwürfe.

Schulstandort wird geprüft

Für weitere Verwunderung sorgte die Prüfung eines möglichen Schulstandorts. „Wir haben im Gemeinderat einstimmig beschlossen, dass Unterpurkersdorf als Schulstandort geprüft wird. Es fragt sich nur, warum das nie offiziell an die Raumordnungsgruppe übergeben wurde“, wirft Bildungsstadtrat Gerald Pistracher von den NEOS in den virtuellen Raum.

Laut Bürgermeister Steinbichler werden derzeit fünf mögliche Schulstandorte geprüft, einer davon ist das Areal Unterpurkersdorf. „Eine Idee wäre, eine reine Ganztagsschule als Gemeinschaftsprojekt gemeinsam mit Gablitz zu realisieren. Dazu gab es mit Bürgermeister Michael Cech auch bereits Gespräche“, informiert der Stadtchef.

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