Kein neuer Pfarrkindergarten in Pressbaum. Pfarre wollte in der Pfalzau eine Tagesbetreuungseinrichtung realisieren. Gemeinde und Land stellten Förderungen in Aussicht. Erzdiözese spricht sich aber dagegen aus.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 24. Oktober 2020 (03:43)
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Die Pfarre Pressbaum wollte in die Errichtung einer zweigruppigen Tagesbetreuungseinrichtung in der Pfalzau investieren. Laut ÖVP-Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner hätte das Land Niederösterreich dafür auch eine Förderung für die Bauarbeiten sowie eine Personalkostenförderung pro Gruppe und Jahr in Aussicht gestellt. Auch seitens der Gemeindepolitik wurde auf Antrag der ÖVP beschlossen, das Pfarrprojekt mit einem jährlichen Personalkostenzuschuss großzügig zu unterstützen, so Schmidl-Haberleitner. Doch wie Pfarrer Georg Herberstein gegenüber der NÖN erklärt, hat die Erzdiözese Wien ihm mitgeteilt, dass es zu keiner Unterstützung des Projektes kommen wird. Eine Realisierung der Einrichtung in der Pfalzau sei damit nicht möglich sagt Herberstein: „Wenn die Diözese nicht hinter uns steht, können wir das nicht machen.“

Zusätzlicher Standort wäre nicht nachhaltig

Für die Erzdiözese ist eine Tagesbetreuungseinrichtung unter der Trägerschaft eines Schulzentrums, wie es am Campus Sacré Coeur Pressbaum der Fall ist, sinnvoller. Eine zusätzliche Betreuung sei nicht nachhaltig. „Wenn wir bereits eine pädagogische Facheinrichtung haben, sollten wir dieses Know-how nutzen“, sagt Michael Prüller, Sprecher der Erzdiözese Wien. Zudem wisse man aus Erfahrung, dass Pfarren mit der Führung eines Kindergartens oder einer Betreuungseinrichtung schnell überfordert seien. „Es ist für eine Pfarre heutzutage nicht leicht, einen konkurrenzfähigen Kindergarten zu betreiben“, meint Prüller. Denn die Anforderungen für solche Einrichtungen seien hoch.

Für die Stadtgemeinde ist das Aus für das Pfarrprojekt ein herber Schlag. „Der Kindergarten wäre auf jeden Fall ausgelastet gewesen. Der Bedarf ist da“, sagt ÖVP-Stadtchef Schmidl-Haberleitner.