Abschied aus dem Blumenladen nach 17 Jahren

Erstellt am 08. August 2021 | 03:36
Lesezeit: 3 Min
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Geschäftsinhaberin Martina Groll (l.) übergibt ihren Blumenladen an Irene Riedel (2. v. l). Mitarbeiterin Patricia Hagl (2. v. r) wird von Riedel übernommen und Regina Pop (r.), Grolls Mutter, widmet sich verstärkt der Musik.
Foto: Nadja Büchler
Martina Groll übergibt Blumenladen in Pressbaum an Irene Riedel und zieht ins Mühlviertel.
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Am Samstag, 31. Juli, versperrte Martina Groll die Türe ihres Blumenladens zum letzten Mal. Danach brachte sie den Schlüssel zu Irene Riedel, Inhaberin der Blumeninsel in Tullnerbach. Riedel übernimmt das Blumengeschäft von Groll und sperrt am 1. September den Blumenladen als Filiale in Pressbaum auf.

17 Jahre zuvor, am 2. Februar 2004 eröffnete Groll gemeinsam mit ihrer Mutter Regina Pop den Blumenladen beim Lindenhof im Zentrum von Pressbaum.

Start vorm Valentinstag war blauäugig

Gemeinsam stürzten sich Mutter und Tochter in ihr florales Abenteuer. Die erste Herausforderung stellte sich gleich zu Beginn ein: der Valentinstag. Eine Woche nach Geschäftseröffnung bewältigte das dynamische Gespann den wichtigsten Tag aller Blumenhändler, ohne zu wissen, wie viele Kunden das neue Geschäft nutzen würden.

In den ersten neun Monaten war Groll noch 20 Stunden als kaufmännische Angestellte bei einem Möbelgroßhändler angestellt. Im selben Jahr traf sie rund um Allerheiligen die Entscheidung, ihren Halbtagsjob zu kündigen und voll ins Geschäft einzusteigen. Mit ihrer offenen und sympathischen Art sowie ihrem Geschäftskonzept überzeugten Groll und Pop ihre Kunden.

Blumen und kleine Mitbringsel

Neben den Blumen wurden von Anfang an auch ergänzende Geschenke für Feste oder Einladungen angeboten. Als passionierte Weintrinkerin bot sie nach einiger Zeit auch österreichischen Wein an.

Ab 2007 bereicherte Patricia Hagl das Team. Das AMS (Arbeitsmarktservice) fragte bei Groll an, ob diese eine junge, fleißige Floristin bei der Gesellenprüfung begleiten könnte. Sie konnte – Hagl absolvierte ihre Prüfung mit Bravour und wurde darüber hinaus zur fixen und unverzichtbaren Mitarbeiterin.

Viel Arbeit, das dreiköpfige Team und wenig Platz motivierten Groll 2008 zur Errichtung eines Anbaus. Mit der Vergrößerung der Präsentierfläche ging auch die Erweiterung des Sortiments einher. Neben dem Tagesgeschäft sorgten die drei Damen für den Blumenschmuck bei Hochzeiten, Begräbnissen, Taufen, Firmenfeiern oder für Bühnendekorationen. Zu den prominenten Kunden zählten Wolfgang Ambros, Joni Madden, Peter Cornelius oder Claudia Stöckl.

Pandemie brachte private Wende

Während des Lockdowns lernte Groll ihren jetzigen Lebensgefährten kennen – einen Biobauern aus Oberösterreich. Dieser betreibt einen Bioziegenhof im Mühlviertel. Groll verbrachte die vielen Wochen der angeordneten Geschäftsschließung am Bauernhof und machte den Traktor- und Hängerschein. Nebenbei beschäftigte sie sich mit der Herstellung von Käse. Nach Ende des Locksdowns pendelte Groll zwischen ihrem Wohnort in Langenlois, dem Geschäft in Pressbaum und dem neuen Zuhause in Oberösterreich. Mit jedem Kilometer auf der Autobahn reifte die Entscheidung ihr Geschäft aufzugeben und sich auf den neuen Lebensmittelpunkt am Bauernhof zu konzentrieren. Gesagt, getan. Mit Irene Riedel hat Groll eine würdige Nachfolgerin gefunden und für Hagl eine neue Chefin.

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