Region Purkersdorf: Fußballvereine in Gefahr. Die Anzahl der Fußballvereine hat in diesem Jahr einen historischen Tiefststand erreicht.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 24. Juli 2019 (03:15)
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Zehn Fußballvereine zogen heuer in Niederösterreich die Reißleine und stellten den Spielbetrieb ein. Vereine in der Region Purkersdorf sind zum Glück nicht betroffen, aber das Beispiel des USC Mauerbach ist noch nicht allzu lange her. Nach der Herbstsaison 2015 wurde der Spielbetrieb eingestellt.

- Seit 1911 gibt‘s organisierten Fußball in Niederösterreich unter dem Dach des NÖ-Verbandes. Aktuell sind 503 Vereine Mitglieder des NÖFV.
- Der Höchststand datiert aus dem Jahr 2000, als rund 60.000 Kicker in 523 Klubs am Ball waren. Zur Zeit sind es rund 57.000 aktive Fußballer bei den blau-gelben Klubs.
- Rückgang bei den Frauen: Waren 2015 noch 78 weibliche Teams im Meisterschaftsbetrieb, sind‘s heuer nur mehr 63.
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Dass Ausergewöhnliche dabei war aber, dass es sich eigentlich um einen von Obmann Gerald Schober vorbildlich geführten und florierenden Verein handelte, der sogar ein Konzept samt Sponsoren für die Landesliga in der Schublade hatte.

Doch gegen Neudorf bestritt man dann tatsächlich nach langem Hin und Her mit der Gemeinde und viel Streit der politischen Parteien im Gemeinderat untereinander, das letzte Kampfmannschaftsspiel der Geschichte. Es fand sich einfach keine Lösung betreffend einer neuen Spielstätte.

Bürgerinitiative „Rettet die Feldwiese“, beendete die Fußballgeschichte des SC Mauerbach

Eine Renovierung der völlig desolaten und veralteten Anlage kam nicht in Frage, weil sie viel zu klein war und keine Parkplätze bot. Eigentlich wollte man auf die Feldwiese ausweichen, und die Gemeinde hatte vom Land NÖ auch schon ein Grundstück gepachtet, doch eine Bürgerinitiative „Rettet die Feldwiese“, beendete die Fußballgeschichte des SC Mauerbach. Nur der jüngste Nachwuchs spielt auf der alten Anlage unverdrossen immer noch weiter. Eine Perspektive für einen echten Neustart ist aber nicht in Sicht. Talente zieht es nach Gablitz oder Purkersdorf.

Mauerbach war aber alles andere als der typische Fall einer Vereinsauflösung. Mit etwa 200 Aktiven und vielen Fans war der Klub von großem Zusammenhalt geprägt.

Doch auch dieser half nichts, weil Parteien politisches Kleingeld machen wollten. Angesichts der vielen kriselnden Klubs, bei denen sich keine Funktionäre mehr finden, ist die Auflösung der Kampfmannschaft des USC Mauerbach eigentlich eine Schande.

So hätte man 2015 viel eher mit dem Zusperren beim FC Purkersdorf auf der Speichberg-Arena rechnen können. Dort tat man sich nach dem tiefen Fall aus der 2. Landesliga Ost in die 2. Klasse und ohne finanzielle Mittel lange Zeit schwer, einen Vorstand zu finden, der weitermachen wollte. Mehr schlecht als recht wurstelte sich der Klub durch die schlimmste Misere.

In der letzten Zeit hat sich aber auch der FCP wieder konsolidiert. „Wir haben sehr viele Spielereltern, die sich im Verein einbringen, bei Veranstaltungen mithelfen und Einnahmen sichern“, sagt der sportliche Leiter Roman Novak, der auch die Rolle von Obmann Dieter Pawlek und die gute Zusammenarbeit mit anderen Purkersdorfer Vereinen hervorhebt.

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