1.000 Raser pro Monat in Region Purkersdorf unterwegs. Verkehrssünder müssen ab sofort mehr bezahlen. Im Bezirk gibt es monatlich rund 1.000 Tempoübertretungen.

Von Gila Wohlmann, Renate Hinterndorfer und Kristina Veraszto. Erstellt am 08. September 2021 (05:33)
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In Pressbaum im Bereich der L123 sind viele Motorradfahrer unterwegs.
Nadja Büchler

Das Rasen ist seit dem 1. September teurer geworden. Die Strafen wurden verdoppelt. Dazu zählen die Geldstrafen wie auch die Dauer des Führerscheinentzuges. Doch können höhere Strafen notorische Raser vom Schnellfahren abhalten?

„Grundsätzlich sind höhere Strafen schon eine Abschreckung“, meint Bezirkshauptmann Josef Kronister. Durch die Strafsatzerhöhung werde es zu weniger Organmandaten und Anonymverfügungen, aber dafür zu mehr Strafverfahren, wo eine Verwaltungsstrafvormerkung die Folge ist, kommen. Letztere wirke sich im Wiederholungsfall negativ auf die Strafhöhe aus.

„Es bestätigt sich aber immer wieder, dass die subjektive Wahrnehmung der gefahrenen Geschwindigkeit eine andere ist, als die dann tatsächlich gemessene.“Bezirkspolizeikommandant Gerhard Pichler

An die 95 Prozent aller Anzeigen, mit denen die Behörde befasst ist, betreffen Verkehrsdelikte. Im Vorjahr gab es corona-bedingt insgesamt etwa 88.000 Anzeigen, normalerweise sind die Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft pro Jahr mit 110.000 bis 120.000 Anzeigen beschäftigt.

Klassische Radarstrecken ortet Bezirkspolizeikommandant Gerhard Pichler im Bezirk St. Pölten nicht. Zu schnell gefahren wird dennoch.

Grundsätzlich seien lange gerade Straßenstücke unfallträchtig und verleiten zum Schnellfahren, stellt Pichler fest. Die meisten Beschwerden der Bevölkerung betreffen Ortsgebiete. Hier wird mit Radarboxen, Geschwindigkeitsanzeigetafeln der Gemeinden und Laser-Messungen gegengesteuert. „Es bestätigt sich aber immer wieder, dass die subjektive Wahrnehmung der gefahrenen Geschwindigkeit eine andere ist, als die dann tatsächlich gemessene“, weiß der Polizist.

Kurvenreiche Strecken am schwersten zu überwachen

Die Exekutive hat 1.029,81 Straßenkilometer, davon 687,14 im Freiland und 342,67 im Ortsgebiet, zu überwachen. Rund 1.000 Geschwindigkeitsübertretungen pro Monat werden festgestellt.

Besonders schwer zu überwachen sind kurvenreiche Strecken. Dazu zähle im Bereich Pressbaum die L123. „Die Problemstellung bei der Überwachung solcher Strecken ist eine geeignete Messstelle, weil die Bedienungen des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen einzuhalten sind“, sagt Pichler.

Entlang der L123 ist dem Bezirkspolizeikommandant leider auch ein schwerer Unfall in Erinnerung geblieben. Ein Motorradfahrer verunglückte vor mehreren Wochen tödlich. Auch Georg Krauss, Kommandant der Feuerwehr Pressbaum, kennt die Strecken, die bei Motorradfahrern beliebt sind. „Das sind die Strecken mit vielen Kurven, weil das spannend ist, und die, die durch den Wald führen, weil es dort schattig ist. Im Herbst werden die Blätter oft zu einem Risiko“, so Krauss.

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