VS-Direktorin Fras im Interview: "Ich bin immer mit Herzblut dabei"

Erstellt am 26. März 2023 | 15:15
Lesezeit: 4 Min
Interview Monika Fras
Lennard Siöberg und Charlotte Hofstetter aus der 2A, Direktorin Monika Fras sowie Johanna Barisits mit Ognjen Seslic aus der 4B (v.l.) vor den heurigen Osterkunstwerken der zweiten Klassen.
Foto: VS Tullnerbach
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Monika Fras hat sich gut in ihrer neuen Rolle als Volksschul-Direktorin eingelebt.

Interview Monika Fras
Volksschul-Direktorin Monika Fras vor ihrem Türschild. Die Schilder aller Klassen und Räume fertigt Religionslehrer Thomas Hrabe am Computer an.
Foto: VS Tullnerbach

Seit 1. August leitet Monika Fras die Volksschule Tullnerbach. Die engagierte Pädagogin zieht im NÖN-Gespräch eine Zwischenbilanz über Erfolge, Herausforderungen, Entwicklungen und Vorhaben.

NÖN: Was war Ihr schönstes bisheriges Erlebnis als Direktorin?

Monika Fras: Als die Eltern sagten, dass ich eine Direktorin zum Anfassen bin. Man sieht mich, ich bin erreichbar, man kann mich alles fragen. In der Früh begrüße ich die Kinder. Ich war und bin immer mit Herzblut dabei. Mittlerweile sind die Eltern im Schnitt zehn Jahre jünger als ich. Ich spüre ihre Bedürfnisse und Wünsche und die der Kinder und kann damit arbeiten und die Familien hoffentlich glücklich nach Hause schicken.

Was ist am Herausfordernsten in Ihrer neuen Funktion?

Fras: Einerseits die Fülle der Administration. Heutzutage sind viele Verwaltungsaufträge für die Bildungsdirektion zu erledigen. Ich würde gerne einen Teil dieser Zeit für die Arbeit mit den Kindern und als Ansprechpartnerin für meine Kollegen verwenden. Andererseits auch mein Rollenwechsel als Teammitglied und Kollegin in die Leitungsfunktion. Dass ich seit über zehn Jahren an dieser Schule Lehrerin war, hat zwar den Start erleichtert, es war aber auch eine Herausforderung, dass alle meine neue Rolle richtig sehen und annehmen.

Sie haben eine 25jährige Lehrer-Laufbahn hinter sich. Was waren die größten Entwicklungen und Änderungen in dieser Zeit?

Fras: Das Wichtigste und Erfüllendste war für mich immer, eine gute Beziehung zu den Kindern zu haben. Ich habe auch ein Masterstudium im Bereich Begabungs- und Begabtenförderung absolviert und unsere spezielle verschränkte Schulform in Tullnerbach mitgegründet. Sehr aufwendig ist die Administration mit unserem Schulverwaltungsprogramm. Hier steht mir in den letzten Monaten Gott sei Dank eine befreundete NMS-Direktorin unterstützend zur Seite, man muss sich die Hilfe selbst organisieren. Und ich schätze den sehr persönlichen und intensiven Kontakt mit der Außenstelle Tulln der Bildungsdirektion. Ich fühle mich sehr wertgeschätzt und darf auch Fehler machen. Das ist das, was ich auch den Kindern immer vermitteln wollte.

Sie haben selbst einen 19jährigen Sohn. Hat die neue Position Ihr Privatleben beeinflusst?

Fras: Er bewog mich zur Übernahme der Leitungsstelle. Er ist stolz auf mich. Wir sind ein sehr eingespieltes Team.

Wie erleben Sie die neue Lehrerauswahl "Get your teacher", für die ab April die Schulen selbst verantwortlich sind?

Fras: Uns in Tullnerbach betrifft das erst ab dem neuen Schuljahr 2023/24. Man muss die entsprechende Plattform bedienen können, die Bildungsdirektion delegiert das nun. Und es hängt natürlich auch vom Ruf einer Schule ab, wie viele Lehrer sich bewerben.

Welche Vorhaben planen Sie noch für dieses Schuljahr?

Fras: Ich habe viel beobachtet in meinem bisherigen ersten Direktionsjahr. Mein Bestreben ist es, dass wir ein gesamtes großes Team aus Direktion, Lehrern, Freizeitpädagogen, Schulwart und Reinigungspersonal sind, das optimal kooperiert. Ich sehe mich auch als Begleiterin meiner Lehrer, nicht als ihr Aufsichtsorgan.

Ihr Haupthobby und Ihre zweite große Leidenschaft neben der Schule ist die Musik. Sie haben auch eine eigene Band, die "Lady Chatterley's Lovers".

Fras: Ja, unsere Musikrichtung ist Country, Soul, Blues und Rock. Wir treten am 24. März im Aera in der Wiener Innenstadt, am 14. April als Vorband im Reigen in Hietzing beim Blues-Festival auf. Ich habe mit meinem Musikprofessor im Gymnasium die Schulband gegründet, er erkannte mein Talent. Und beim Unterrichten hatte ich auch immer den Schwerpunkt Musik, zu Weihnachten und im Sommer führen wir in Tullnerbach immer Musicals auf mit den Schülern.

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