Purkersdorfer Hobbygärtner: „Cannabis ist gut für mich“. Purkersdorfer (20) baute Illegales an. Ein anonymer Hinweis brachte Kriminalisten zu dem „Hobbygärtner“. Er kommt mit Bewährungsstrafe und Suchtberatung davon.

Von Beate Riedl. Erstellt am 08. Oktober 2020 (03:18)
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In kurzer Hose, geblümtem Hemd und sichtlich entspannt nimmt ein Purkersdorfer (20) auf der Anklagebank am Landesgericht St. Pölten Platz. Alles ist easy und chillig – hat er doch „nur“ etwas Cannabis konsumiert und angebaut. „Cannabis ist gut für mich, besser als Zigaretten“, sagt er, deshalb sei er jetzt auch auf CBD, das es legal zu kaufen gebe, umgestiegen. Als süchtig würde sich der junge Mann, der etwa seit seinem 16. Lebensjahr kifft, aber nicht bezeichnen, es sei eher nur eine Gewöhnung.

Beamten der Polizei Purkersdorf nahmen den jungen Mann aufgrund eines anonymen Hinweises genauer unter die Lupe. Dabei entdeckten sie eine Cannabis-Plantage, mehrere Päckchen, eine Bettdecke voll mit Cannabis sowie Utensilien zum Anbau und Konsum. Rund fünf Kilogramm sollen es gewesen sein. Dass die Qualität gut war, wie ihm ein Polizist bei der „Ernte“ erklärte, freute ihn besonders: „Da hab ich sogar noch ein Foto gemacht“, zeigt er sich zufrieden.

Verkauft habe er aber nichts, er habe nur für den Eigenkonsum angebaut. Wenn Freunde zu Besuch gewesen seien, habe man aber gemeinsam geraucht. „Ich lasse mir ja auch nicht die Getränke bezahlen, die meine Besucher bekommen“, nennt er den Grund dafür.

Da der junge Mann vorhat, nach der Lehrabschlussprüfung zu seiner Mutter ins Ausland zu ziehen, meint er, dass er doch ein paar Monate ins Gefängnis gehen könnte. „Da kann ich etwas abnehmen, außerdem gibt es dort sehr schlaue Leute“, ist er der Meinung, dass es hinter Gittern auch recht chillig sein könnte. Diesen „Wunsch“ erfüllt ihm der Richter nicht. Er verurteilt ihn zu einer bedingten sechsmonatigen Freiheitsstrafe mit einer Probezeit von drei Jahren. Bewährungshelfer und Suchtberater sollen ihn unterstützen, sein Leben in den Griff zu bekommen, „da er keine realistische Zukunftsplanung hat“, wie sich auch bei einem Gespräch mit der Jugendgerichtshilfe herausgestellt hat.