Diskussion um „Haus Bartberg“ in Pressbaum. Wilde Gerüchte und Emotionen rund um Grundstück, das als Sondergebiet gewidmet ist und verkauft werden soll.

Von Martin Gruber-Dorninger und Nadja Büchler. Erstellt am 05. Juni 2019 (04:39)
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Auf einem Teil des Grundstücks steht das Haus Bartberg. Der Eigentümer zeigte, laut Gemeinde, Interesse an einem Verkauf.  

Seit einiger Zeit beschäftigt ein Thema die Stadtgemeinde Pressbaum. Nicht nur im letzten Gemeinderat, sondern auch auf Social Media Plattformen wie Facebook. Es geht um den Plan, das Seminarhotel Bartberg zu verkaufen und um die damit verbundenen Anträge zu Änderungen der Flächenwidmung.

Über das örtliche Raumordnungsprogramm und der damit verbundenen Flächenwidmung legt eine Gemeinde die möglichen baulichen Nutzungen für Grundstücke im Gemeindegebiet fest. Dabei müssen landesgesetzlich festgelegte Planungsgrundsätze verbindlich beachtet werden.

In der Gemeinderatssitzung wurde seitens der Grünen ein Dringlichkeitsantrag zu diesem Thema eingebracht. Die Bewohner des Bartbergs waren durch zwei Anrainer vertreten und konnten ihre Sorgen und Fragen gegenüber dem Gemeinderat darlegen.

„Die Widmung besteht seit 50 Jahren, als es da oben noch keine Häuser gab. Wir müssen uns jetzt überlegen, ob das überhaupt noch zeitgemäß ist.“ Josef Schmidl-Haberleitner, Bürgermeister

Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner (ÖVP) und Vizebürgermeister Alfred Gruber (SPÖ) gaben darüber Auskunft, dass derzeit keine Bauanträge auf besagtem Grundstück vorliegen würden. Es ginge lediglich um eine Änderung der Raumordnung.

Auf NÖN Anfrage bekräftigt Schmidl-Haberleitner seine Auskunft: „Es gibt dort zwei Grundstücke, wovon eines bereits mit einem Seminarhotel verbaut ist. Das zweite ist unbebaut.“ Die Widmung auf den Grundstücken sei mit Bauland „Sondergebiet Fremdenverkehr“ festgelegt. „Der Eigentümer hat zuvor versucht, das Grundstück anderwertig zu verwerten. Es war auch die Rede davon, dort Betreutes Wohnen zu errichten. Wir haben dann ein Gutachten durch einen Sachverständigen in Auftrag gegeben“, führt Schmidl-Haberleitner aus.

„Es gibt dort zwei Grundstücke, wovon eines bereits mit einem Seminarhotel verbaut ist. Das zweite ist unbebaut.“

Dieses wäre zu dem Ergebnis gekommen, dass mit der derzeitigen Widmung eine solche nicht möglich sei. Dem Eigentümer waren also die Hände gebunden, und so konnte das Grundstück weiterhin nur für den Fremdenverkehr genutzt werden. „Die Widmung besteht seit 50 Jahren, als es da oben noch keine Häuser gab. Wir müssen uns jetzt überlegen, ob das überhaupt noch zeitgemäß ist“, sagt Schmidl-Haberleitner.

Bei einer Informationsveranstaltung will er genauer aufklären und den Willen der Anrainer ausloten. „Ich will den Konsens suchen. Falls es eine Veränderung geben soll, dann möchte ich wissen, was sich die Bürger dort vorstellen können“, so Schmidl-Haberleitner. Er betont aber auch, dass bisher noch keine Pläne für ein Bauprojekt bei der Stadtgemeinde eingereicht wurden. „Wir müssen auch schauen, was der derzeitige Grundstückseigentümer will, auch er hat Rechte“, erklärt der Bürgermeister.

„Uns ist eine konstruktive und sachliche Kommunikation mit allen Beteiligten wichtig"

Die besorgten Anrainer des Bartbergs haben sich in der Zwischenzeit formiert, als sie von etwaigen Bauvorhaben gehört haben. Daniel Fasch ist ein Vertreter der Gruppe: „Uns ist eine konstruktive und sachliche Kommunikation mit allen Beteiligten wichtig. An überhitzten Diskussionen auf den Social Media Plattformen wollen wir uns nicht beteiligen“, sagt Fasch.

So gab es bereits Gespräche mit Schmidl-Haberleitner, Vizebürgermeister Gruber sowie dem jetzigen Besitzer und den potenziellen Käufern des Hotels. Eine schriftliche Stellungnahme seitens der Anrainer wurde der Gemeinde übergeben.