Region Purkersdorf. Energie & Personal bereiten größte Sorgen

Erstellt am 20. Jänner 2023 | 04:11
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8570676_pur03region_wk_purkersdorfteam_c_kirnbe.jpg
Das Team der WK-Außenstelle Purkersdorf: Anna Bachler, Ingrid Spalt, Ramazan Serttas und Andreas Kirnberger.
Foto: Kirnberger
Gründungen wurden auch 2022 mehr, Insolvenzen gab es in der Region überraschenderweise weniger als erwartet.
Werbung

Das vergangene Jahr war für die Unternehmerinnen und Unternehmer der Region – wie die Jahre davor – kein einfaches. Obwohl die Sorgen rund um die Corona-Pandemie immer mehr in den Hintergrund rückten, kamen Ängste rund um die Teuerungen auf.

Bei Fragen konnten sich die Unternehmerinnen und Unternehmer an die WKO-Außenstelle in Purkersdorf wenden, was auch viele taten: Insgesamt stand das Team rund um Außenstellen-Obmann Andreas Kirnberger und Außenstellenleiter Ramazan Serttas 3.600 Mal Rede und Antwort.

„Die Energiezuschüsse haben hier auch einiges abgefedert.“ Andreas Kirnberger

Dennoch war 2022 nicht so schlimm wie erwartet. „Eine Explosion bei den Insolvenzen gab es nicht, wie vorab befürchtet. In Purkersdorf sind mit der Neueröffnung von Hansls Linde und Gasthaus Klugmayer auch zwei Übernahmen von Gastrobetrieben geglückt“, schildert Serttas.

Bei den Insolvenzen liegt das Niveau bei jenem von 2019. Einen Grund sehen Serttas und Kirnberger etwa in den Förderungen. „Die Energiezuschüsse haben hier auch einiges abgefedert“, meint Kirnberger. Insolvenzwellen gab es zwar keine, dennoch werden sich diese über die nächsten Jahre verteilen, meinen die beiden.

Generell gab es im Jahr 2022 viele Anfragen bei der Außenstelle, vor allem auch in Sachen Gründungen. „Wir hatten 2022 205 Gründungen mit Stand drittes Quartal, 2021 waren es 174 und 2020 168. Man merkt hier also einen klaren Trend in Richtung Gründen“, bilanziert Obmann Kirnberger.

Abseits davon sorgt das Thema Personal bei einem Großteil der Betriebe für Kopfzerbrechen. „Wir sprechen mittlerweile nicht mehr von einem Fachkräftemangel, sondern von einem Personalmangel“, sagt Serttas. Vor allem die Babyboomer-Generation, die nach und nach in Pension geht, hinterlässt eine große Lücke. „Das Know-how von vielen geht damit auch in Pension“, meint Kirnberger und verweist aber hier auch darauf, dass sich hier vor allem auch die Politik des Themas annehmen muss.

Generell sei es laut ihm wichtig, als Gemeinde, Land und Bund die perfekten Rahmenbedingungen für Betriebe zu schaffen. „Wenn dieses Zusammenspiel nicht gegeben ist, wird es nicht funktionieren, egal ob bei der Gründung, der Personalsuche oder wie zuletzt, den steigenden Energiekosten.“

Ins Jahr 2023 blicken Serttas und Kirnberger aber relativ zuversichtlich. „Wir sind vorsichtig optimistisch, weil wir nicht wissen, wie es in Bezug auf die Ukraine weitergeht“, meint Serttas. „Ich bin zuversichtlich, dass wir gute Rahmenbedingungen für Unternehmen schaffen und sie bestmöglich unterstützen können“, ergänzt Kirnberger.

Weiterlesen nach der Werbung