Streit um Bauland im Schutzgebiet. Der Gemeinderat stimmt über die Umwidmung einer Fläche ab, die in der Pflegezone des Biosphärenparks liegt. Gutachten sprechen dafür, Grüne dagegen.

Von Marlene Trenker. Erstellt am 28. Februar 2018 (05:43)
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Seit 2005 ist der Wienerwald ein Biosphärenpark und auch die Gemeinde Wolfsgraben ist ein Mitglied davon. Unterteilt ist dieser in drei Kategorien. Kategorie I – Kernzone, in die der Mensch überhaupt nicht eingreifen darf; Kategorie II – Entwicklungszone, darin gilt große Freiheit in der Art der Verwendung und in der Widmung; Kategorie III – Pflegezone, hier kann unter bestimmten Voraussetzungen in Bauland umgewidmet werden. Dem Gemeinderat liegt nun ein Ansuchen vor, das eine Umwidmung von 3.000 m Fläche in der Forsthofstraße in der Pflegezone vorsieht. Die Grünen Wolfsgraben stellen sich geschlossen dagegen.

Eine Umwidmung in Bauland ist in der Pflegezone nur dann möglich, wenn etwa im übrigen Gemeindegebiet keine andere Fläche dafür in Betracht kommt.

„Der Flächenwidmungsplan weist Baulandreserven von mehr als 20 Prozent auf.“ Jörg Ott über die Gründe, warum nicht umgewidmet werden sollte

„Die Nutzung dieser Fläche unterliegt strengen Regeln“, sagt Jörg Ott von den Grünen Wolfsgraben. Gleichzeitig würde der Flächenwidmungsplan der Gemeinde Wolfsgraben eine Baulandreserve von mehr als 20 Prozent aufweisen. „Die Bebauung dieser freien Bauplätze würde Lücken in Siedlungsgebieten schließen und diese abrunden.“, ist Ott überzeugt.

Bürgermeisterin Claudia Bock erklärt die Hintergründe, warum diese Fläche nun in Bauland umgewidmet werden soll: „In den 1970ern wurde viel Grünland in Bauland umgewidmet.“ Es geht bei besagtem Grundstück um jenes alteingesessener Wolfsgrabner, die auch weiterhin gern im Ort bleiben würden, doch Grundstücke sind rar. Die Ansuchenden entschieden, die Umwidmung erst dann zu beantragen, wenn das Bauland auch benötigt wird.

„Auch vom Biosphärenpark gibt es eine positive Stellungnahme“

In der Zwischenzeit hat sich aber einiges geändert, denn eine Umwidmung geht nicht mehr so einfach, schon gar nicht seit Wolfsgraben zum Biosphärenpark zählt. Gutachten müssen eingeholt werden, darunter ein geologisches sowie ein naturrechtliches. Dies soll bereits geschehen sein, es wurde sogar ein Ornithologe hinzugezogen. „Auch vom Biosphärenpark gibt es eine positive Stellungnahme“, sagt Bock.

Von allen beteiligten Institutionen gebe es keine Bedenken. „Wenn nur eine der involvierten Institutionen die geringsten Zweifel geäußert hätten, wäre der Antrag niemals zugelassen worden“, erklärt Bock. Zum vorhandenen Bauland erklärt Bock: „Ja, es gibt Bauland in Wolfsgraben, das aber in privater Hand ist. Niemand verkauft jedoch sein Grundstück und da wird es schwierig“, so Bock.

Nun muss der Gemeinderat über die Umwidmung entscheiden. Die nächste Sitzung ist am Donnerstag, dem 8. März, um 19 Uhr im Gemeindeamt.