Infrastruktur als Problem in Purkersdorf. Zu wenig Platz für zu viele Einwohner kritisiert Opposition. Stadtchef will Situation verbessern.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 13. Juni 2019 (04:18)
Gruber-Dorninger
Im Vorjahr präsentierte Bürgermeister Stefan Steinbichler noch die Pläne für ein neues, ausgebautes Hortgebäude gemeinsam mit Bildungsstadträtin Beatrix Kaukal. Durch eine Korrektur des Grenzverlaufes werde der Umbau jedoch um ein Jahr verzögert.

Es ist ein Kreuz mit den Einwohnerzahlen in Purkersdorf. 10.000 lautet die magische Grenze, die übersprungen werden muss, um einen größeren Anspruch auf Finanzausgleich gegenüber dem Bund erheben zu können. Derzeit leben aber etwa 12.000 Menschen in Purkersdorf, inklusive Zweitwohnsitzer. Die Opposition kritisiert nun, dass die Infrastruktur bereits am Limit angekommen sei.

In einem Interview mit orf.at sprach Bürgermeister Stefan Steinbichler über dieses Problem. „Der SPÖ Nachfolger des langjährigen Bürgermeisters Karl Schlögl, peilt für Purkersdorf sogar 14.000 Einwohner an, stößt aber jetzt schon an Budgetgrenzen durch die hausgemachte Überschuldung“, stoßen Aussagen im Interview auf Unverständnis bei der ÖVP.

Ist das Limit schon erreicht?

Unter SPÖ-Stadtführung sei in den letzte 20 Jahren die Infrastruktur nicht ausreichend angepasst worden. Das mache sich vor allem darin bemerkbar, dass es keinen Platz mehr in Kindergärten, Volksschule und Hort gebe. Zudem sei das Kanalsystem am Limit. „Die Lebensqualität in Purkersdorf muss geschützt werden. Wir sind für eine Nachdenkpause und eine Stadtplanungskommision für die langfristige Planung von Infrastruktur und Bebauung“, appelliert ÖVP-Chef an die Stadtführung einen Baustopp anzudenken. Nur so könne man den Zuzug in den Griff bekommen.

Nachdenkpause und Baustopp gefordert

„Wir müssen das Budget sanieren und gleichzeitig sozial notwendige Projekte und Subventionen unbedingt weiterführen“, erklärt Kirnberger. Mit dieser Argumentation rennt Kirnberger auch bei Liste-Baum-Obmann Josef Baum offene Türen ein. Die Unterschriftenaktion für einen Baustopp ist nun abgeschlossen. „Insgesamt wurden etwa 800 Unterschriften gesammelt“, ist Baum stolz auf dieses Ergebnis.

Bürgermeister Stefan Steinbichler fühlt sich hingegen missverstanden: „Wenn die Herrschaften das Interview genau anschauen würden, könnten sie herauslesen, dass ich darin sage, dass wir darauf aufpassen müssen, die Infrastruktur nicht aus den Augen zu verlieren.“ Es sei ein Ziel, die Infrastruktur in den nächsten fünf bis sechs Jahren weiter auszubauen. „Das geht allerdings nur mithilfe des Landes Niederösterreich“, so Steinbichler, der die Kosten auf etwa sechs Millionen Euro schätzt.

Ganz oben auf seiner Prioritätenliste stehen Plätze in Kindergarten, Volksschule und Kinderhort. Dass der Ausbau des Horts wegen finanzieller Schwierigkeiten verzögert wird, kann Steinbichler nicht bestätigen: „Es findet ja der erste Teil des Umbaus statt, wo wir eine Gruppe in den Speisesaal der Schule verlegen.“ Durch eine Korrektur des Grenzverlaufes müsse der vollständige Umbau aber um ein Jahr verschoben werden.

Außerdem betont Steinbichler, dass das Problem in den nächsten Jahren noch steigen könnte. „Wir dürfen auch Betreuungsplätze für Kleinstkinder nicht aus den Augen verlieren. Es gibt immer mehr Familien, in denen beide Elternteile arbeiten“, so Steinbichler.

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