Wie geht es mit der Stadt weiter?. Seit letztem Jahr ist Pressbaum bei der Landesaktion Stadterneuerung dabei. Nun war die Auftaktveranstaltung.

Von Marlene Trenker. Erstellt am 21. Februar 2018 (05:33)
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Im Rahmen der Stadterneuerung soll ein belebtes Ortszentrum entstehen. Bisher gab es schon einige Überlegungen, wie der Platz zwischen Rathaus und Kirche als Hauptplatz gestaltet werden kann. Im Weg ist da nur die B 44.

Hastig holen Gemeinderatsmitglieder kurz vor 19 Uhr noch mehr Sessel im Stadtsaal herbei, und es strömen noch mehr Besucher bei der Tür herein. Es gab viele Interessierte bei der Auftaktveranstaltung zum Stadterneuerungsprojekt.

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Regionalberater Daniel Brüll erklärte, was Stadterneuerung bedeutet.

Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner eröffnete die Veranstaltung: „Wir haben in den letzten Jahren schon einige Projekte umgesetzt. Nun geht es darum, ein Gesamtkonzept für die Stadt zu entwickeln, das langfristig umgesetzt werden kann“. Dabei entwickeln die Bürger selbst ein Konzept, das es in den nächsten Jahren umzusetzen gilt.

„Ich habe noch nie so viele Menschen bei einer Auftaktveranstaltung gesehen“ Regionalberater Daniel Brüll ist beeindruckt, wieviele Menschen gekommen sind.

Zu Gast war auch Regionalberater Daniel Brüll von NÖ Regional, der die Pressbaumer bei diesem Prozess betreuen wird. „Ich habe noch nie so viele Menschen bei einer Auftaktveranstaltung gesehen“, ist Brüll zu Beginn beeindruckt. Brüll erklärte die Ziele der Stadterneuerung. Es ist ein Prozess, bei dem am Ende richtige Ziele umgesetzt werden sollen. Die Ziele sind dabei Steigerung der Lebensqualität und Gemeinschaftsbewusstsein. Das sei besonders wichtig für Pressbaum als Zuzugsgemeinde.

Arbeitskreise sollen Themen erarbeiten

Es wurden dabei fünf Punkte festgelegt, die in Arbeitsgruppen behandelt werden: Ortskernbelebung, Mobilität, Kultur und Bildung, Generationen und Soziales sowie Kooperation. Bei der Auftaktveranstaltung wurden einzelne Arbeitskreise gebildet, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen sollen. In den nächsten vier Jahren soll die projektbezogene Planung stattfinden. Danach kommt die Evaluierung.

Es wird einen Stadterneuerungsbeirat geben. Dieser ist eng verflochten mit der Prozessbegleitung, Verwaltung, Politik sowie Fachleuten und den fünf Arbeitskreisen. Daniel Brüll hat für die Arbeitskreise folgende Gliederung vorgeschlagen: Umwelt, Ortskern, Mobilität, Kultur/Bildung, sowie Soziales. „Das muss aber nicht so bleiben“, erklärte Brüll dazu.

„Stadterneuerung ist kein reines Förderprogramm“

Mitgebracht hatte Brüll auch einige Beispiele von erfolgreichen Stadterneuerungsprojekten. Darunter ist Pöchlarn, wo alte Häuser geschliffen wurden und so ein Ortszentrum mit einem Hauptplatz entstehen konnte. Auch in Neulengbach war ein Stadterneuerungsprojekt mit Bürgerbeteiligung erfolgreich.

Wilhelmsburg hat einen eigenen Stadtmarketingprozess gestartet und ein eigenes Logo mit Slogan entwickelt. „Wümschburg“ ist dabei eine Anspielung auf die umgangssprachliche Aussprache der Stadt bei St. Pölten. Aus dem Publikum kamen gemischte Reaktionen. Hingewiesen wurde vor allem auf die Bevölkerungsentwicklung und das Verkehrsproblem. In Pressbaum wird sehr viel gebaut und die Frage kam auch, ob die vorhandene Infrastruktur den vielen Einwohnern gewachsen ist. Die Verkehrsproblematik, vor allem in der Früh auf der B44, ist ohnehin ein seit Jahren bekanntes Thema. Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner erklärte dazu: „Es werden immer wieder Baustopps verhängt. Zudem wurde ein Bebauungsplan erarbeitet“. Tatsache ist aber jedoch, dass Pressbaum sehr viel Baufläche hat. „Die Gemeinde kauft immer wieder Gründe. Jeden einzelnen können wir aber nicht kaufen“, so der Bürgermeister.

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Daniel Brüll, Vizebürgermeister Alfred Gruber, Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner und Vizebürgermeisterin Irene Wallner-Hofhansl im Stadtsaal.

Ein weiteres Thema, über das bereits seit Jahrzehnten debattiert wird, ist die Autobahnanbindung im Heimbautal. „Es befindet sich dort eine Betriebsausfahrt. Wir haben schon mehrmals beim Land versucht, eine Öffnung der Anschlussstelle für den gesamten Verkehr zu erwirken“, sagt Schmidl-Haberleitner. Das würde auch für Pressbaum weniger Verkehr bedeuten: „Somit würde das Verkehrsaufkommen in der Stadt um 40 bis 50 Prozent reduziert werden“, so der Bürgermeister dazu. Zum Schluss der Veranstaltung konnten sich die Besucher für die einzelnen Arbeitskreise eintragen. Als Nächstes wird es dann ein erstes Treffen mit den Arbeitskreismitgliedern und Daniel Brüll geben. Brüll versichert: „Wer interessiert ist, kann auch mitarbeiten.“

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