Verantwortung und Kontrolle

Die AMA-Kontrolle ist ein Stützpfeiler der Verantwortung und nicht Ausdruck des Misstrauens.

Erstellt am 17. November 2021 | 00:00

Verantwortung ist das zentrale Wort beim Thema Tierhaltung. Eine Verantwortung, die auch dadurch nicht geringer wird, dass die Tiere der Schweinebauern existieren, um geschlachtet zu werden. Solange sie leben, sind sie denkende und fühlende Lebewesen, die ein Recht auf ein Leben ohne Schmerzen, ohne Leid und Angst haben.

Tierhaltung ist entscheidend

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„Bis ins Jahr 2030 wollen wir eine Million Schweine in Mehr-Tierwohl-Ställen untergebracht wissen“, so Sandra Ziegler, AMA-Kontrollorin.
AMA-Marketing

Der Weg zum AMA-Gütesiegel ist mit Kontrollen gepflastert. Kontrollen gibt es bei jedem einzelnen Glied der Verarbeitungskette. Also vom Futtermittelhersteller über den landwirtschaftlichen Betrieb, den Schlacht- und Zerlegebetrieb bis zum Kühlregal imGeschäft. Und irgendwo in der Mitte sind die Kontrollen im Stall.

Die nehmen wir nun genauer unter die Lupe. Der Stallrundgang ist der Mittelpunkt einer jeden Kontrolle im Schweinemastbetrieb. Hierbei steht wiederum das Tier im Zentrum. Das ist für die AMA-Kontrollorin Sandra Ziegler besonders wichtig: „Die Tierhaltung ist das Entscheidende: dass es jedem Tier gut geht, dass die Versorgung passt.“ Darum geht sie im Stall sorgsam jede einzelne Bucht ab und schaut sich jedes Schwein an.

Viel Aufmerksamkeit

Auf so einen Kontrollbesuch müssen die AMA-Betriebe immer gefasst sein. Angekündigt wird dieser erst 24 Stunden im Voraus. So ist gesichert, dass der Landwirt und die Landwirtin zum vereinbarten Zeitpunkt vor Ort sind und sich dennoch allesim Normalzustand befindet – für etwaige Manipulationen bleibt so keine Zeit.

Im Schweinestall selbst muss die AMA-Kontrollorin Sandra Ziegler ihre Aufmerksamkeit auf das Wesentliche richten, nämlich das Tierwohl. Deshalb ist sie mit Luxmeter, Aerometer und Maßband unterwegs, um die Lichtverhältnisse, das Stallklima, die Buchtengröße und die Auftrittsbreite des perforierten Bodens zu messen.

Auch Bürokratie

Nach dem Stallrundgang ist auch Bürokratie notwendig. Rezepturen der Futtermischung, Viehverkehrsscheine, Nachweise der Tierarzt-Kontrollen – ein Punkt nach dem anderen wird akribisch angeschaut und abgehakt. „Die Dokumentation ist wichtig für die Nachvollziehbarkeit“, betont Sandra Ziegler. So werden bei der Kontrolle unter anderem der
Bezug der Futtermittel aus dem Qualitätssicherungsprogramm pastus+, die Herkunft der Ferkel und auch die Einhaltung der doppelten Wartezeit bei Medikamentenverabreichung überprüft.

Eine ordentliche Tierhaltung ist nicht nur der Kontrollorin wichtig, sondern auch dem Gesetzgeber und den Konsumenten. „Optimal ist es, wenn die Tiere viel Platz und eine eingestreute, weiche Liegefläche und somit ausreichend Beschäftigungsmaterial haben – darauf arbeiten wir auch hin“, weiß Ziegler.

Saugute Zukunft

Ein optimaler Stall ist auch das Ziel der Bauern, die am AMA-Modul „Mehr Tierwohl“ teilnehmen. Hier haben Schweine 60 Prozent mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben. Ab 1. Jänner 2022 wird es ein zweites Modul für „Mehr Tierwohl“ geben, bei dem es sogar um 100 Prozent mehr Platz pro Tier geben wird.

„Bis zum Jahr 2030 wollen wir in Österreich eine Million Schweine in Ställen nach unseren Tierwohl-Modulen untergebracht wissen“, gibt Sandra Ziegler einen Ausblick auf eine saugute Zukunft.

INFOS: www.amainfo.at

Entgeltliche Kooperation mit der AMA

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AMA