Offene Stalltür für mehr Qualität

Von der Almwiese bis hin zum Supermarktregal wird AMA-Gütesiegel-Rindfleisch strengstens kontrolliert. Eine entscheidende Etappe: der Rindermastbetrieb.

Erstellt am 01. Dezember 2021 | 00:00
Lesezeit: 3 Min
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Anhand der Ohrmarke ist die Identität und der Standort jedes Rindes nachvollziehbar.
Foto: AMA-Marketing

Damit wir ein feines Steak, zarten Tafelspitz oder saftigen Rindsbraten genießen können, leisten die heimischen Landwirte ganze Arbeit. Etwa 30 Prozent des hierzulande erzeugten Rindfleisches erfüllt die strengen Qualitätsanforderungen des AMA-Gütesiegels. Rund 8.100 Rinderbetriebe sind derzeit Teil des AMA-Gütesiegel-Programms und haben jederzeit eine offene Stalltür für den AMA-Kontrollor.

Andreas Herrmann ist einer jener Kontrollore, die die Landwirte und vor allem auch die Rinder genau unter die Lupe nehmen. Zur Unterstützung hat er eine Checkliste mit rund 100 Kontrollpunkten mit dabei.

Gut im Futter

Beim Besuch auf dem Bauernhof führt der Weg zum Stall jedenfalls bei den Futtermitteln vorbei. „Hier mache ich gerne gleichdie erste Zwischenstation und schaue mir an, wie die Futtermittel gelagert sind, ob die Hygiene passt, ob die Schädlingsbekämpfung ausreichend ist und ob zugekaufte Futtermittel passend gekennzeichnet sind“, erklärt Andreas Herrmann. Gekauftes Futter muss pastus+-zertifiziert sein, nur dann darf es im AMA-GütesiegelBetrieb verwendet werden.

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Beim Stallrundgang richten die AMA-Kontrollore und AMA-Kontrollorinnen ihre ganze Aufmerksamkeit auf die Tiere – die Licht- und Platzangebote müssen passen.
Foto: AMA-Marketing

Besonders gerne sieht es der AMA-Kontrollor aber, wenn die Rinder hauptsächlich Gras und Mais vom eigenen Hof zu fressen bekommen. Zumindest 70 Prozent der Futtermittel müssen vom eigenen Betrieb oder von einem Bauernhof aus dem näheren Umkreis stammen.

Haltung zeigen

Danach geht es zu dem wohl wichtigsten Teil der Kontrolle, dem Stallrundgang. Andreas Herrmann richtet hier seine Aufmerksamkeit ganz auf die Tiere, geht von Bucht zu Bucht: „In den Buchten ist es wichtig, dass Licht- und Platzangebot passen. Beides messe ich. Die Rinder brauchen über mindestens acht Stunden täglich eine Lichtstärke von 40 Lux und je nach Größe bis zu3 Quadratmeter Platz.“

Im Mittelpunkt steht das Tier selbst: Wie ist der Gesundheitszustand? „Wichtig ist auch eine eigene Unterbringungsmöglichkeit, falls ein Tier erkrankt.“ Medikamente werden nur in Absprache mit dem Hoftierarzt verabreicht.

Andreas Herrmann: „Die Mitgliedschaft beim Tiergesundheitsdienst ist für AMA-Gütesiegel-Rindermäster verpflichtend, auch das wird von uns überprüft.“

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Die Probenahmen von den Futtermitteln und von Kot und Urin der Tiere gehören zur gründlichen AMA-Gütesiegel-Kontrolle.
Foto: AMA-Marketing

Die Mitgliedschaft beim Tiergesundheitsdienst ist nur eines von vielen Dokumenten, die Andreas Herrmann nach dem Stallrundgang kontrolliert. „Die genaue Dokumentation gehört einfach dazu. Das beginnt beim Rind mit den Ohrmarken. Die müssen innerhalb von sieben Tagen nach der Geburt angebracht und in der Rinderdatenbank erfasst werden.“ Weiter geht es mit Lieferscheinen für die Futtermittel, Viehverkehrsscheinen, Bestandsregister und Arzneimittelaufzeichnungen.

Neben all dem Papierkram gehört auch das Ziehen von Proben zur gründlichen AMA-Gütesiegel-Kontrolle: „Ich nehme Proben von den Futtermitteln und von Kot und Urin der Tiere. Bei den Futtermitteln dürfen etwa keine unerlaubten Rückstände von Pestiziden oder Schwermetallen zu finden sein und bei Urin und Kot wird vor allem auf Arzneimittelrückstände geachtet.“

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Foto: AMA-Marketing

Nach einer Medikamentengabe muss der Landwirt eine Wartezeit einhalten, bevor er ein Tier verkauft. Im AMA-Gütesiegel-Programm ist diese Wartezeit doppelt so lang wie gesetzlich vorgesehen, um auf Nummer sicher zu gehen.

INFOS: www.amainfo.at

INFOS: www.amainfo.at

Entgeltliche Kooperation mit der AMA

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Foto: AMA