Südfrüchte aus Niederösterreich. Seit fünf Jahren züchtet Lukas Windholz Melonen, Kiwis und Co. in Bruck/Leitha am eigenen Acker.

Von NÖN Sonderjournal-Redaktion und Brigitte Wimmer. Erstellt am 01. Oktober 2020 (13:07)
Lukas Windholz präsentiert eine reife Wassermelone direkt auf dem Feld. Honigmelonen und Zuckermelonen gibt es auch.  Rechts: Querschnitt einer Indianerbanane
Brigitte Wimmer, www.shutterstock.com/EQRoy

Lukas Windholz war in der Region Bruck an der Leitha der Erste, der vor fünf Jahren mit der Melonenzucht begonnen hat: „Da es bei uns in der Region schon sehr warm ist – im Juli hatte es schon um die 36 Grad –, haben wir ideale Bedingungen für Südfrüchte auf unseren Böden.“

 Feigen in Tontöpfen
Brigitte Wimmer

Der junge Landwirt setzte heuer seine Melonen-Pflänzchen schon Anfang Mai in den Acker. „Das ist ein bisschen wie Pokern, ich habe mich eben schon vor den Eisheiligen (11. bis 14. Mai) getraut zu pflanzen, und das war dieses Mal gut so.“ Anfang Mai gab es einige heiße Tage, und so waren die Windholz-Melonen – der Brucker setzt Wassermelonen, Honig- und Zuckermelonen auf seinem Acker – Ende des Monats schon schön festgewurzelt und konnten den nassen Juni etwas besser überstehen.

Auf dem Melonenfeld steht auch ein Hummelhaus – die Insekten sorgen für die Bestäubung der Blüten. Zwischen die Melonen setzte der findige Windholz jeweils eine Reihe Mais, um seine Früchte vor den Drahtwürmern zu schützen. Dieser Schädling liebt nämlich Maisstärke und lässt somit die Südfrüchte unbeschadet.

Begonnen hat Windholz mit 4.000 Quadratmetern Anbaufläche, mittlerweile bepflanzt er schon 9.000 Quadratmeter mit zirka 3.000 Pflanzen, wobei nicht alle geerntet werden können. „Melonen, die bis in den Herbst noch nicht reif sind, werden auch nichts mehr“, verrät Windholz. Und auch Stare haben es auf die saftigen Südfrüchte abgesehen.

Süße Feigen, Minikiwis und Indianerbananen

Doch mit den Melonen allein ist es nicht getan. Feigen setzt der jüngste Windholz auch. Seit eineinhalb Jahren in Töpfen im Hof des Familienbauernhauses. Im Winter kommen die Feigenbäumchen dann in die Lagerhalle – dort können sie sich langsam an die Kälte gewöhnen. Denn kommendes Jahr möchte er die Feigen auf dem Acker auspflanzen.

Indianerbananen, Tellerpfirsiche und Minikiwis hat der Landwirt heuer schon, in vier Reihen  nebeneinander,  auf einem seiner Wiesenhügel ausgesetzt. Die Minikiwis (Sorte Honigbeere) und die Indianerbananen sind ebenfalls neue Anbau-Experimente und werden erst 2021 zu genießen sein.

Auch Minikiwis gedeihen in Bruck.
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Minikiwis halten je nach Sorte und Ursprungsart bis zu 35 Grad Frost aus und können daher auch in Österreich auf dem Feld überwintern. Die kleinen Kiwis besitzen eine glatte Schale, die essbar ist, enthalten sehr viel Vitamin C und werden etwa so groß wie eine Zwetschke. Die Indianerbanane oder Pawpaw ist eine Frucht aus Nordamerika, deren cremig-weiches Fruchtfleisch an eine Mischung aus Bananen, Mango und Maracuja erinnert. Sie ist reich an ungesättigten Fettsäuren, Proteinen und Mineralstoffen wie Kalzium, Kalium und Eisen und hat einen höheren Vitamin-C-Gehalt als ein Apfel.

Wie kam der junge Landwirt eigentlich auf die Idee, in Bruck an der Leitha Südfrüchte zu züchten? „Ich war mit meiner damaligen Freundin auf Besuch bei ihrer Großmutter in Neusiedl am See. Da brachte die alte Dame eine Zuckermelone aus ihrem Garten, die schmeckte so vorzüglich, dass ich sofort auch solche Melonen pflanzen wollte!“, erzählt Windholz.

Innovatives im Einklang mit Traditionellen

Eine Windholz-Honigmelone auf dem Feld in Bruck an der Leitha

Der 24-jährige Nebenerwerbsbauer kommt aus einer traditionellen Landwirte-Familie. Sein Bruder Thomas Windholz ist Winzer und bewirtschaftet zwei Hektar Weingarten mithilfe seiner Mutter Maria, die sich um den Heurigenbetrieb und den Vertrieb der Weine kümmert. Der Vater betreibt Getreide- und Ackerbau und hat gemeinsam mit seinen Söhnen vor fünf Jahren auf Biolandbau umgestellt. „Der Aufwand für den Biolandbau ist natürlich um vieles höher“, erklärt Windholz. Zweimal die Woche müsse man nun mit dem Jäte-Fahrzeug durch die Felder fahren, um Getreide und Früchte in gutem Zustand zu erhalten.

Und wo bekommt man die Windholz-Früchte? „Sobald die Melonen reif sind, verkaufen wir diese ab Hof und am Stand beim Stadt-Wochenmarkt“, informiert der innovative Brucker. Auch online sind die runden, saftigen Früchte natürlich bestellbar.