Wunderbare Aromen in Sirup eingefangen. Echte Werte schaffen: Das möchte Diana Umgeher aus der Nähe von Mank mit ihren Sirupen. Als Quereinsteigerin übernahm sie den elterlichen Hof und erzeugt ein Nischenprodukt.

Von Bettina Kreuter und NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 18. Oktober 2020 (04:56)
Im Kräuterfeld kommt Diana Umgeher zur Ruhe und wird im Kopf frei für neue Ideen.
Echt vom Land

Als Kind trank Diana Umgeher gerne frisch angesetzten Holunderblütensirup, manchmal direkt aus dem Kübel. Als Erwachsene experimentierte sie selbst und begeisterte ihre Freunde mit Lavendelsirup.

Umgeher stammt aus einer Bauernfamilie, schlug aber vorerst eine Berufslaufbahn im sozialen Bereich ein. Als ihre Eltern schließlich in Pension gehen wollten, leitete sie gerade eine soziale Einrichtung mit einem tollen Team. Trotzdem die Entscheidung: Ich übernehme den elterlichen Hof. „Der Steuerberater hat mir damals geraten, mir eine Nische zu suchen, um zu überleben. Ich wollte etwas machen, das niemand macht“, erzählt Diana Umgeher. Und so kam sie auf Sirup.

Rosen, Lavendel und Co.

Nichts dem Zufall überlassen, sich erkundigen und dann entsprechend handeln – ein Lebensprinzip von Umgeher, das auch bei der Sirupherstellung zur Anwendung kam. So schaute die junge Bäuerin aus Mank, welche Pflanzen und Kräuter am besten zu ihrer Gegend und zum Klima passen. Geworden sind es Rosen, Lavendel, Schokominze und Colakraut. Sie gedeihen im eigenen Garten und auf der Bergwiese vorm Haus.

2017 wurden die Räumlichkeiten der Großeltern zu Produktion und Lager umgebaut, die erste Abfüllung, 60 Flaschen, folgte auf den Fuß. 2018 erhielt sie die erste Prämierung – man schmeckt offensichtlich, dass Umgeher bei ihren Sirupen auf jede Art von chemischen Konservierungsmitteln, Farb- und Aromastoffen verzichtet. Auch arbeitet sie ohne Konzentrate.

Einen Ab-Hof-Verkauf gibt es bei „Echt vom Land“ nicht. Einen Besuch wäre das Sirup-Paradies von Diana Umgeher aber allemal wert. Denn wenn abgefüllt wird, mittlerweile sind es an die 1.000 Flaschen pro Monat, dann riecht es am Vierkant-Hof intensiv nach Kräutern – besonders nach Lavendel. „Mir selbst fällt das oft gar nicht mehr auf“, erzählt Umgeher lachend.

Fünf Sorten Sirup finden sich im Sortiment von „Echt vom Land“. Und einen Birnen-Lavendel-Cider gibt es auch.   
Echt vom Land

Auf dem Feld, bei ihren Kräutern, bekommt die Sirup-Expertin den Kopf frei, und dann kommen sie, die neuen Ideen. So war es auch beim Lavendel-Cider „Lavendel küsst Birne“, den sie gemeinsam mit Mostbaron Toni Distelberger gemacht hat: „Ich bin ihm sehr dankbar für seine Unterstützung. Er hat immer ein offenes Ohr für mich und steht mir mit seinem Know-how zur Seite.“

Aktuell sind fünf Sirup-Kreationen im Sortiment von „Echt vom Land“: Schokominze, Lavendelblüte, Bergwiesen, Rosenknospen und Colakraut. Kaufen kann man die Verdünnungssäfte über einen Online-Shop, bei regionalen Partnern und in rund 50 Supermärkten.

Neuer Vertriebsweg in der Krise

Wobei sich die Kooperation mit den Supermärkten coronabedingt ergeben hat: „Meine Hauptabnehmer wie Tourismus- und Ausflugsziele sind in den Wochen der Coronakrise still gestanden. Also haben wir die Märkte angeschrieben und informiert, dass unsere Lager voll sind“, schildert Diana Umgeher. Ihr Motto lautet: Man muss selbst aktiv werden und nicht immer jammern. Ein Umstand, der sich hier bezahlt machte.

Dennoch setzt die Sirup-Macherin stark auf ihre regionalen Vertriebspartner: „Ich arbeite gerne mit ihnen zusammen und kaufe auch selbst, wann immer es geht, bei kleinen Produzenten aus der Umgebung ein.“
www.echtvomland.at