Wirtshauskultur feiert 25 Jahre. Authentisch und individuell, traditionell, aber auch innovativ – das sind die NÖ Wirtshauskultur-Mitgliedsbetriebe. Seit einem Vierteljahrhundert geht es bei ihnen um Genuss mit Qualität.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 23. Januar 2019 (01:41)
: Niederösterreich-Werbung/Rita Newman
Mit frischen, regionalen und saisonalen Zutaten wird in NÖ Wirtshauskultur-Betrieben gekocht, verrät Harald Pollak, Obmann der NÖ Wirtshauskultur und Wirt in Unterretzbach.

Da gibt es die Gäste, die einen Tagesteller essen wollen, die, die eine gourmetartige Küche schätzen, und die, die einfach nur ein Bier genießen wollen. Dass jeder hereinkommt, das ist, was ein gutes Wirtshaus ausmacht, glaubt Erwin Schwarz vom Gasthaus Schwarz in Nöhagen. 1998 wurde er der erste Top-Wirte-Sieger. Nur wenige Jahre nach der Gründung des Vereins NÖ Wirtshauskultur.

Seitdem hat sich einiges verändert. Früher beispielsweise, erinnert sich Schwarz, wollten die Gäste Verschnörkeltes am Teller. Wie etwa Blumen, nicht essbare. Diesen Trend gibt es nun nicht mehr. Heute lieben es die Gäste, wenn der Zwiebelrostbraten – übrigens Schwarz’ Lieblingsgericht – ohne Schnickschnack am Teller liegt. „Die Gäste sind froh, wenn es eine klare Linie gibt.“ Und auch die Jungen schätzen das Gute, das Natürliche, erzählt er. Und das gab es hier immer schon. „Am Geschmack haben wir nie etwas verändert“, erzählt er.

"Unsere Gäste haben eine Sehnsucht in Richtung Qualität"

Verändert hat sich natürlich aber auch viel bei der NÖ Wirtshauskultur. Einer Institution mit Erfolg, die auch international nachgefragt ist. „Unsere Gäste haben eine Sehnsucht in Richtung Qualität, Authentizität und regionale Produkte“, erläutert Landesrätin Petra Bohuslav. Und genau das gibt es in den NÖ Wirtshäusern mit dem grünen Schild.

„Begonnen hat es 1994“, so Harald Pollak, Obmann der NÖ Wirtshauskultur und Wirt in Unterretzbach. Im Rahmen einer Qualitätsoffensive wurden Betriebe im ganzen Land beraten. Und um Qualität geht es immer noch. Wirte, die Mitgliedsbetriebe werden wollen, müssen strengen Kriterien erfüllen. Es geht um Tradition und Innovation. „Unsere Wirte sind kreative Handwerker“, so Pollak. Schon lange wird hier Nachhaltigkeit gelebt. Regionale Zutaten werden verwendet. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit Landwirten. Und: Die Wirte sind authentisch und bieten das gewisse Extra. Manche Wirte brauen ihr eigenes Bier, andere kochen Marmelade ein. Einige haben Kochbücher veröffentlicht. Manche geben Kochkurse.

Vor 25 Jahren waren es rund 100 Betriebe. Mittlerweile sind es über 220. Darunter 54, die von Anfang an mit dabei sind.

Und: Vielleicht gibt es bald noch mehr NÖ-Wirtshausbetriebe. Denn: Auch von den tut-gut-Wirten, die bisher bei der Initiative „tut gut“ mit dabei waren, könnten noch einige dazukommen. 41 der 92 Wirte, die vor allem gesund und regional kochen, sind bereits auch NÖ Wirtshauskultur-Betriebe. 21 weitere haben ein Angebot bekommen, welche zu werden. Von den restlichen übrigens passen manche eher zu den Top-Heurigen oder ins Qualitätsprogramm der Hotellerie.

Fest der Wirte & Wirtshausbier

Erster Höhepunkt im Jubiläumsjahr ist das Fest der Wirte in Grafenegg. Dabei werden alljährlich die Top-Wirte ausgezeichnet. Mitgliedsbetriebe können sich dazu einer Testung unterziehen, erläutert Pollak. Wenn alles passt, werden sie als Top-Wirte ausgezeichnet. Darüber können sich heuer 64 Betriebe freuen.

Darüber hinaus werden beim Fest der Wirte drei besondere Betriebe geehrt. Der Top-Wirt des Jahres. Das ist heuer die Familie Donhauser vom Wirtshaus Grüner Baum. Aufsteiger des Jahres ist die Familie Bachler vom Bachlerhof. Und: Einsteiger wird die Familie Zlabinger mit dem Gasthaus Kaminstube.

25 Jahre NÖ Wirtshauskultur heißt es heuer darüber hinaus unter anderem auch beim Zauberlehrling, dem Nachwuchswettbewerb, und der alljährlichen Charity-Weinlese. Seit Herbst gibt es an der HLF Krems eine eigene Wirtshauskultur-Klasse. Nach Grundinfos im ersten Semester erfahren die Schüler nun im zweiten Semester mehr über die Werte der NÖ Wirtshauskultur, es geht ums Kochen und Servieren und vieles mehr. Ziel dieser Klasse ist es, künftig Mitarbeiter für die Wirtshauskulturbetriebe zu bekommen. An die Zukunft wird auch beim Weiterbildungsprogramm der Wirte gedacht, bei dem es unter anderem um ausgezeichnetes Kinderessen geht, aber auch um Social Media und Co.

Auf Wirtshausfans wartet heuer noch ein Highlight: „Wir werden mit der Privatbrauerei Zwettl ein eigenes Wirtshausbier kreieren“, freut sich Pollak. Im Frühling wird es spannend.